SEG Immo sucht neue Strategien

12. Juli 2006, 16:30
posten

Börsenotierte Wohnbaugesellschaft verschiebt Veröffentlichung des Jahresergebnisses 2005 nach Gewinnwarnung um sechs Wochen

Wien - Die börsenotierte Wohnbaugesellschaft SEG Immo AG verschiebt die Veröffentlichung des Jahresergebnisses 2005. Der ursprünglich vorgesehene Termin vom 13. April 2006 werde um rund sechs Wochen verschoben, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der endgültige Termin der Veröffentlichung des Jahresergebnisses 2005 werde noch bekannt gegeben.

Gewinnwarnung

Vor zwei Wochen hatte die SEG Immo eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Für das Geschäftsjahr 2005 werde nach derzeit vorliegenden Zahlen ein Jahresverlust von 6 Mio. Euro erwartet, nach einem Nachsteuerergebnis von 2,4 Mio. Euro im Jahr 2004.

Als Grund für die Terminverschiebung wurde eine "strategische Neuausrichtung" sowie die "eindeutigere Positionierung" des Unternehmens als Konsequenz aus dem zu erwartenden negativen Ergebnis 2005 genannt, welches im Wesentlichen durch Immobilienabwertungen verursacht worden sei. Ziel der Restrukturierung sei die weitgehende Redimensionierung des Portfolios sowie die Straffung der Kostenstruktur. Diese Neuorientierung sei das Ergebnis aus intensiven Beratungen zwischen dem Vorstand und Aufsichtsrat der SEG Immo AG.

Wohnbau oder Gewerbe

Die SEG Immo wird sich entscheiden müssen, ob sie sich künftig auf den Wohnbau oder auf die Vermietung von kommerziellen Immobilien konzentriert. Die jetzige Lösung, "von jedem ein bisschen", komme auf dem Markt "nicht so gut an", sagte SEG Immo-Chefin Silvia Wustinger-Renezeder zur APA.

Per Ende 2004 hatte die SEG Immo 43 Prozent ihrer Nutzflächen mit Wohnungen gehalten, 18 Prozent mit Geschäften, 17 Prozent mit Büros und 18 Prozent mit Garagen. Der Nutzflächenanteil der Wohnungen nimmt zwar den bei weitem größten Einzelanteil ein, der Umsatz- und Ergebnisbeitrag der kommerziellen Immobilien ist aber deutlich höher.

Konzentration auf Schwerpunkte

Die angekündigte "weitgehende Redimensionierung" des Portfolios sei so zu verstehen, dass jener Teil des Portfolios, der nicht zum Schwerpunkt erklärt werde, verkauft werden soll, sagte Wustinger. Die Erlöse sollten reinvestiert werden. Die Redimensionierung sei mit dem Aufsichtsrat ausgemacht. Mit potenziellen Investoren sei man laufend im Gespräch - diese würden jedoch auch eine stärkere Konzentration urgieren. (APA)

Share if you care.