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The Soundman

3. April 2008, 13:24
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David Toop erkundet mit zahlreichen Elektronik- und KlangkünstlerInnen Theorie und Praxis von Klangkörpern

Der englische Musikologe und Musiker David Toop erforscht seit den 1970ern die Grenzen des Hörens. Sein Schwerpunkt ist Musik zwischen Alltagsgeräusch, Improvisation und Technologie und deren kulturelle Botschaften. Mittlerweile zählt er auch zu den bedeutendsten Theoretikern der neuen musikalischen Bewegungen. - In seinen Texten wählt er ein subjektives Vorgehen, um Strömungen zu de- oder rekontextualisieren, um ursprüngliche Ansichten zurückzuholen und Kategorien sowie Elitismus zu entmystifizieren.

Klanglandschaften auf Flughäfen

Schon 1985 beschrieb er in seinem Buch "Rap Attack" das Zusammenspiel von neuer Technologie und afrikanischen und amerikanischen Einflüssen im HipHop. In "Ocean of Sound" (1995) beschäftigt er sich hingegen mit den Ursprüngen von Ambient, von Klängen, die mehr auf räumliche Ausbreitung denn linearer Entwicklung ausgerichtet sind. "Exotica" (2000) konzentriert sich wiederum auf das Spiel von ethnischen Sounds und dessen Verbindung zur exotisierenden Easy-Listening-Musik der 50er-Jahre.

Sein aktuellstes Buch "Haunted Weather", sowohl eine Art musikalisches Tagesbuch auf Reisen als auch akademische Reflexion, erschien 2004. Es gewährt umfassende Einblicke in die Arbeiten von Elektronik-Künsterlinnen und wird von einer Doppel-CD begleitet, die seine Vorstellungen veranschaulichen. Toop geht in "Haunted Weather" ebenso den Fragen zur philosophischen Natur der Stille nach, wie den Bereicherung und Einbußen durch die digitale Musik – besonders durch deren Gegensatz zum menschlichen, performativen Prozess mittels traditioneller Instrumente. Auch seine Freude über ein Bier in aller Ruhe und über Klanglandschaften auf Flughäfen werden kontextualisiert.

Trotz seiner Konzentration auf den Überbau neuer Musikformen sowie der sinnlichen Erfahrung von Klängen und Tönen äußert sich Toop gegenüber der Beschreibung von Musik selbst skeptisch: "Es gibt keine passenden Wörter, um ein Musikstück zu vermitteln. Man wird dadurch nur frustriert", erklärt er in einem Interview .

Klangkörper - "Sound Body"

Neben seinen schriftlichen Arbeiten widmet sich Toop seit den 1970er Jahren der musikalischen Praxis. Klar von "ambienten" Gleisen geleitet, hat er seit 1997 neben zahlreichen Kooperationen und Nebenprojekten – u.a mit Brian Eno, Scanner, Squarepusher oder John Zorn – auch sieben Solo-Alben veröffentlicht. Beachtlich ist, dass er mit seiner Musik unter anderem auch geschriebene und gesprochene Texte reflektiert. In umgekehrter Art und Weise sind zudem viele seiner Vorlesungen gestaltet, die er zu einer Mischform zwischen Vortrag und DJ-Performance ausbaut. So auch im Klangraum Krems Minoritenkirche, wo Toop an zwei Tagen Live-Konzerte und Installationen um Elemente des Vortrages erweitern wird.

Im Auftrag von donaufestivals und Klangraum Krems Minoritenkirche präsentiert er ein zweiteiliges Projekt mit dem Titel "Sound Body", für das er zahreiche international bekannte Elektronik- und Klangkünstler nach Krems lädt - darunter Oval, Sachiko M, Evan Parker, Ryoji Ikeda, Akio Suzuki, Carsten Nicolai (Alva Noto) oder Rafael Toral. Mit dieser Gästeliste kehrt auch ein Loop wieder, den Toop bereits 2004 mit "Haunted Weather" gestartet hatte: schon damals zitierte er Arbeiten von vielen dieser MusikerInnen und KünstlerInnen. Nun reisen jene zu ihm, um seine Ansätze und Dispositionen zu verwirklichen. (cra+)

  • "Sound Body"Curated by David Toop Do., 27.4. (Teil 1)Fr., 28.4. (Teil 2)jeweils 19 UhrKlangraum Krems Minoritenkirche
    foto: donaufestival/promotion

    "Sound Body"
    Curated by David Toop

    Do., 27.4. (Teil 1)
    Fr., 28.4. (Teil 2)
    jeweils 19 Uhr
    Klangraum Krems Minoritenkirche

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