"Treffpunkt Kultur": Proll-Promotion

4. Juli 2006, 21:38
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Wahrscheinlich wird alles viel schlimmer und Nina mutiert zur Buhlschaft in Salzburg, wahrscheinlich mit Manuel Ortega als "Jedermann"

Nina Proll, der österreichische Filmstar. Nina Proll, Wiener Musicalstar, eine Sängerin. Und jetzt, Nina Proll, der "Shooting-Star der Wiener Off-Theater-Szene", wie sie Moderator Arwid Holtenau Montagabend im "Treffpunkt Kultur" mit fragendem Blick titulierte. Er machte nicht den Eindruck, als ob ihm die Werbeveranstaltung Spaß mache.

Und sie sang, live. Sie sang davon, dass sie schlecht geschlafen habe, und will damit Publikum ins Musical "Baby Talk" in das Stadttheater Walfischgasse locken. Extra routiniert agiert sie, mit der Mimik einer abgebrühten Chansonnière intoniert sie in einer Art, die man - positiv ausgedrückt - als frivole Direktheit durchgehen lassen kann. Zumindest war der Text besser als in "Barbarella" ("Mein Lustapparat, mein prachtvoller ...") Auf die großartigen Fragen Holtenaus "Was will sie? Will sie alles?" - er sieht dabei aus, als spräche er gegen seinen Willen - kommen Smalltalk-Phrasen vom neugierigen Menschen, der sie sei, vom Chancenwahrnehmen. Zum Inhalt des Musicals merkt sie an, dass Karriere und Familie zu vereinen ein Problem unserer Gesellschaft sei. Es wird offenbar, wie sehr sie konturloses Medienprodukt ist, eine Schauspielerin, die nur dann funktioniert, wenn man es richtig einsetzt - wie Barbara Albert es getan hat.

Aber wahrscheinlich wird alles noch viel schlimmer und Shooting-Star Nina mutiert in ein paar Jahren zur Buhlschaft in Salzburg, wahrscheinlich mit Manuel Ortega als "Jedermann". (pum/DER STANDARD, Printausgabe, 12.4.2006)

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