Keine Quoten für Auslandskapital im russischen Banksystem

1. Juni 2006, 17:46
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Russische Zentralbank gegen Einschränkungen - Zulassung ausländischer Banken wird weiter abgelehnt

Moskau - Die russische Zentralbank hat sich gegen die Einführung von Quoten für ausländisches Kapital im Kreditgewerbe ausgesprochen. Dies wäre ein Schritt in die falsche Richtung, sagte der Direktor der Bankenaufsicht bei der Zentralbank, Alexej Simanowski, am Dienstag in Moskau. "Besser wäre, den Erwerb von Aktien russischer Banken durch Ausländer zu vereinfachen und die Rechte ausländischer und russischer Aktionäre anzugleichen", betonte der Experte.

Anteil von elf Prozent

Der Anteil von fremdem Kapital am russischen Bankensystem wird derzeit auf etwa elf Prozent geschätzt. Russlands Vizeregierungschef Alexander Schukow ist der Ansicht, dass dieser Anteil in Zukunft auf 15 bis 20 Prozent steigen könnte.

In den WTO-Beitrittsverhandlungen über die Zulassung ausländischer Banken zum russischen Finanzsystem will das Land allerdings hart bleiben. Moskau sei gegen die Eröffnung direkter Filialen ausländischer Geldinstitute in Russland, sagte der Chef der Vereinigung russischer Banken, Garegin Tossunjan. Diese Position sei von Präsident Wladimir Putin und von der Zentralbank bekräftigt worden. "Ausländische Banken sollen in Russland nach wie vor unter russischer Jurisdiktion arbeiten". Man dürfe nicht vergessen, dass das Bankensystem ein Attribut der nationalen Souveränität und der ökonomischen Sicherheit sei, sagte Tossunjan.

Streitpunkt bei WTO-Verhandlungen

Das Problem der Eröffnung direkter Filialen ausländischer Banken ist ein wichtiger Streitpunkt bei den WTO-Beitrittsverhandlungen Russlands mit den USA. Die Amerikaner wollen eine vollständige Öffnung des russischen Finanzmarktes durchsetzen. Derzeit können ausländische Kreditinstitute auf dem russischen Markt nur mit einer im Land gegründeten Bank aktiv werden. (APA/dpa)

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