Kein vorinstalliertes Windows auf Intel-Macs

15. Juni 2006, 21:20
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Negative Auswirkungen für SpieleentwicklerInnen? - Auch Vista und Linux laufen bereits

Kaum unterschiedlicher hätten die Reaktionen auf Apples Veröffentlichung von "Boot Camp" - einer Software, die die Installation von Windows auf Intel-Macs ermöglicht, - ausfallen können. Während ein Teil der Mac-Community, vor allem die, die parallel ohnehin Windows zum Einsatz bringen "müssen", die Entscheidung begrüßten, fürchteten andere, dass dies einen ersten Schritt weg von Mac OS X bedeuten könnte.

Kein Windows-Verkauf

Diesen Ängsten will Apple nun deutlich entgegen treten: Wie Brian Croll, Senior Director für das Mac OS X Marketing gegenüber MacWorld herausstreicht, sei dies nicht geplant: "Wir wollen klar machen, dass Apple Windows weder verkaufen noch vorinstallieren wird". Wer Windows auf Intel-Macs zum Laufen bringen will muss es selbst zur "Party mitbringen".

Die Überlegung hinter der Veröffentlichung von Mac OS X sei eher die umgekehrte: Es soll die Barriere für Windows-BenutzerInnen, die über einen Umstieg nachdenken, senken, so Croll weiter.

Auswirkungen?

Während die meisten AnalystInnen die Einschätzung teilen, dass die Entscheidung von Apple gut für den Hardwareabsatz des Unternehmens ist, bleibt abzuwarten, wie sich "Boot Camp" auf die Absätze von anderen Mac-Softwareherstellern auswirken wird. Vor allem für Firmen, die sich auf die Portierung von aktuellen Spielen auf Mac OS X konzentriert haben, könnte eine harte Zeit anstehen. Immerhin ist die Verlockung Windows einfach als Spiele-Betriebssystem parallel zu installieren und immer aktuelle Games zu haben anstatt Monate auf eine Mac-Variante zu warten, sicher eine nicht zu unterschätzende - eine von der auch einige gescheiterte Linux-Spielefirmen ein Lied singen können.

Vista

In der Zwischenzeit beschäftigt sich die Mac-Community mit ganz anderen Fragen, nämlich: Was kann den - neben dem offiziell angegebenen Windows XP SP2 - noch so alles auf den Intel-Macs installiert werden? Die Antwort: Offenbar so einiges. So ist es TüftlerInnen gelungen neben einigen Linux-Distributionen auch bereits die kommende Windows-Version Vista zum Laufen zu bringen. Allerdings noch nicht ganz problemlos: Vista lässt sich durch die Mac-Partition verwirren, ein Parallelbetrieb ist also noch nicht möglich, auch funktionieren die grafischen Spielereien von "Aero" - der neuen Oberfläche von Vista - noch nicht. (red)

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