EU wünscht sich Yuan-Aufwertung

20. Juni 2006, 19:46
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Bilaterale Gespräche zwischen EU und China über Wechselkurs

Wien - Beim europäisch-asiatischen Dialog (ASEM) der Finanzminister in Wien hat es offenbar klare Signale an China gegeben, dass eine Aufwertung der Landeswährung Yuan wünschenswert wäre. Dazu gab es nach Angaben von EU-Diplomaten am Rande des ASEM-Treffens ein einstündiges Gespräch zwischen dem Vorsitzenden der Eurogruppe, dem luxemburgischen Premier und Finanzminister Jean-Claude Juncker, EZB-Chef Jean-Claude Trichet und EU-Währungskommissar Joaquin Almunia sowie dem chinesischen Finanzminister Renqing Jin.

Globales Ungleichgewicht

Europa übe keinen Druck aus, sondern habe sich erkundigt, "was China unternehmen will, um das globale Ungleichgewicht zu verringern", sagte dazu ein EU-Diplomat. Der amtierende Vorsitzende des EU-Finanzministerrates, Karl-Heinz Grasser sagte, es gebe "Erwartungen von Europa und den USA für mehr Flexibilität in manchen asiatischen Währungen" und die Überzeugung, dass eine langsame Freigabe des Yuan-Kurses positiv für die bestehenden Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzen sei.

Der Präsident der Asiatischen Entwicklungsbank und frühere stellvertretende japanische Finanzminister Haruhiko Kuroda sagte, eine langsame Flexibilisierung des Yuan wäre im Sinne der chinesischen Wirtschaft. "Was gut ist für China, ist gut für die Weltwirtschaft", so seine persönliche Meinung. Es gebe etwas Spielraum, der Zeitpunkt und das Ausmaß der Kursfreigabe seien aber Sache der chinesischen Regierung. (APA)

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