Grüne Refugien, mal privat, mal publik

31. März 2007, 20:54
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Wettbewerb um den "Besten Garten 2006" - Neues Buch von Garten-Ikone Sabine Reber

Was die Engländer können, können wir noch lange, oder? Na ja, was die Gartenkultur angeht, mögen sie uns ein, zwei Schritte voraus sein, aber dabei sein ist alles. Und weil wir das bei der berühmten Chelsea Flower Show (heuer: 23.-27. 5.) nicht sind, prämieren wir einfach unsere eigenen Gärten des Jahres.

"best private plot 06 - Der Beste Garten 2006" nennt sich der internationale Preis zur Gartenarchitektur, der heuer erstmals vergeben wird. Ausgezeichnet werden herausragende Leistungen in der Gestaltung privater Freiräume, die nach dem 1. 1 .1996 fertig gestellt wurden; beurteilt wird neben Ästhetik und innovativen Lösungen auch die Einbeziehung ökologischer Gesichtspunkte. Als Jury fungieren international renommierte Landschaftsarchitekten wie Ken Smith (USA), Anette Freytag (Belgien/Schweiz) oder Ryoko Ueyama (Japan).

Einsendeschluss ist der 12. Juni, die Preisverleihung findet im Rahmen des Gartenarchitektur-Symposiums "public spots on private plots" am 29. September 2006 im Loisium in Langenlois statt.

Literarischer Freiraum

Ein literarisches Gartenbuch mit Fotos in Coffeetablequalität, das jede Menge handfeste Praxistipps gibt - das scheint die Quadratur des Kreises zu sein. Ist es aber nicht. Denn die Autorin dieser ungewöhnlichen Neuerscheinung ist einerseits eine preisgekrönte Schriftstellerin, andererseits passionierte Gärtnerin. Ihre beiden Leidenschaften vereint Sabine Reber nun in Ein Gartenzimmer für mich allein. Den eigenen Garten gestalten und genießen (Callwey, 160 Seiten, 26,80 €).

Die Schweizerin schildert in diesem sehr persönlich geschriebenen Buch ihre "grüne" Entwicklung. Weil man aus Fehlern (selbst denen anderer) am meisten lernt, verheimlicht sie auch ihre Fehlschläge nicht. Und plädiert generell für mehr Ehrlichkeit: Ein Garten macht eben Arbeit. Nicht nur, aber auch. "Im Frühling verbringe ich viel Zeit auf den Knien", schreibt Reber. Und zeigt ein Foto von zwei Händen, die Erde mit Jungpflanzen halten - und entsprechend schmutzig sind.

Ergänzt werden die vergnüglichen Texte durch prächtige Fotos von Ursel Borstell, die Lust darauf machen, selbst mit den Händen in der Erde zu wühlen. Und wann wäre der Zeitpunkt besser als jetzt im Frühling? (mth, Der Standard, Printausgabe 8./9.4.2006)

  • Artikelbild
    foto: buchcover callwey
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