Auf Partnersuche in Sofia

24. Mai 2006, 10:17
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Ein STANDARD-Gespräch mit Isabella Jandl, Geschäftsführerin der BA-CA Immobilienberatungs- und Service GmbH

Bei der Immobilienvermittlung spielt die BA-CA derzeit nur eine Nebenrolle. Über ihre Pläne, in bestimmten Marktsegmenten die Nummer eins zu werden, sprach Gerhard Rodler mit Isabella Jandl, Geschäftsführerin der BA-CA Immobilienberatungs- und Service GmbH.

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STANDARD: Die Erste Bank hat mit der s-real einen Branchenführer. Die größte Bank Österreichs, die BA-CA, kann da mit ihrem BA-CA Immobilienservice – was die Marktbedeutung anbelangt – nicht mithalten. Wie kann eine so große Bank eine so kleine Immobilienmakler-Tochter haben?

Jandl: Das wollen und werden wir ändern. Wir wollen mittelfristig Marktführer für die Maklergeschäfte der BA-CA-Kunden werden und unseren Anteil am Geschäft mit Nichtkunden stärken.

STANDARD: In Wien oder in ganz Österreich?

Jandl: Nicht nur in Österreich, sondern langfristig überall dort, wo die BA-CA tätig ist, also auch in Zentral- und Osteuropa (CEE).

STANDARD: Da haben Sie aber noch sehr viel vor sich ...

Jandl: Das ist richtig, aber gemeinsam mit meinem Co-Geschäftsführer Johannes Kral sind wir gerade einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Seit 1. April haben wir mit der optimo innovative real estate ein Partnerbüro in Bukarest. Auch in Budapest gibt es bereits seit über einem Jahr einen Kooperationspartner. Wir wollen überall in CEE Partner finden – wobei wir ein Partner-Office erst dann gründen, sobald ein konkretes Geschäft in Aussicht ist.

STANDARD: Ihr Franchisepartner in Bukarest ist aber ein Österreicher und jener in Budapest auch ...

Jandl: Beide aber agieren viel vor Ort und haben auch lokale Mitarbeiter. Derzeit sind wir auch in Sofia auf Partnersuche, und es haben sich schon einige Optionen aufgetan. Grundsätzlich beginnen wir im Ausland mit der Vermittlung von Büro- und Gewerbeimmobilien. Den Bereich Wohnimmobilien wollen wir eher langfristig entwickeln – nach Kenntnis der örtlichen Marktgegebenheiten.

STANDARD: In Österreich ist das aber anders: Da ist die Vermittlung von Wohnimmobilien das Hauptgeschäft.

Jandl: Das ist historisch begründet. Das BA-CA Immobilienservice ist erst im Vorjahr aus der Fusion von Planet Home, dem Spezialisten für Wohnimmobilien, und der bankinternen Immobilienagentur hervorgegangen, die auf die Verwertung der eigenen Gewerbeimmobilien fokussiert war. Wir wollen besonders das Vermittlungsgeschäft von Gewerbeimmobilien verstärken, wo wir über jahrelange Erfahrung verfügen. Im Zinshausgeschäft sind wir auch schon sehr stark.

STANDARD: Zurück zu den Wohnimmobilien: Planet Home hatte ja auch einmal mit starken Sprüchen und der Ankündigung, bald Marktführer zu sein, begonnen ...

Jandl: Wir gehen mit dem BA-CA Immobilienservice jetzt aber einen anderen Weg an die Spitze. Unser Kerngeschäft Immobilienvermittlung konzentriert sich auf das Segment Gewerbeimmobilien.

STANDARD: Es fällt auf, dass beispielsweise die BAI, die ja auch zur Bank-Austria-Gruppe zählt, eine eigene Immobilienverkaufsmannschaft hat. Gibt es innerhalb der Bank Austria so wenig Vertrauen in Ihre Vertriebsstärke?

Jandl: Da muss ich Sie korrigieren. Die BAI – ihr voller Name lautet Bauträger Austria Immobilien – gehört ja nicht mehr zur BA-CA-Gruppe, sondern bereits seit rund sechs Jahren zur Immobilien Holding GmbH.

STANDARD: Stimmt es, dass Sie anderen Bauträgern anbieten, deren Vertriebsaktivitäten zu übernehmen?

Jandl: Ja, es handelt sich um mittlere und kleinere Bauträger. Es ist meist wirtschaftlicher und erfolgsträchtiger für sie, sich eines professionell und breit aufgestellten Maklers zu bedienen, der über entsprechende Vormerkkunden und Marktzugänge verfügt. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8./9.4.2006)

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