Bedeutungsvolle Tattoos

21. Juli 2006, 12:40
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"Lebensspuren hautnah": Das Naturhistorische Museum zeigt die Kulturgeschichte der Tätowierung - Bis 6. August 2006

Wien - Woran man einst Häfenbrüder und Matrosen erkannte, ist längst gesellschaftsfähig geworden: Tattoos sind ein Kult für jedermann und jederfrau. Das Naturhistorische Museum hat sich mit der Ausstellung "Lebensspuren hautnah" des Themas angenommen und zeigt von 5. April bis 6. August die Kulturgeschichte dieses ganz persönlichen Kults.

ZirkusartistInnen verdienten sich einst mit der Zurschaustellung ihrer Hautmuster den Lebensunterhalt. Doch in den sechziger Jahren wurden Tattoos als Ausdrucksmittel persönlicher Freiheit und Selbstverwirklichung entdeckt und von der breiten Masse nachgeahmt.

Wechsende historische Bedeutungen

Die Ausstellung führt die BesucherInnen Jahrtausende zurück - bis in die Zeit von Ötzi. Seine Tätowierungen erzählen Geschichten und verdeutlichen die lange, weltweite und bewegte Tradition des Hautstiches und geben Einblicke in Zweck und Bedeutung dieser Körperveränderung. Diese Körperkunst ist geprägt von Tabus genauso wie von Tabubrüchen. Perioden der Mode und Jahrzehnte der Ächtung lösten einander ab. Neben dem Verbot der Tätowierung im christlichen Mittelalter und seiner Renaissance und Hochblüte im 19. Jahrhundert erfährt man auch mehr über die geheimnisvolle Herkunft des Wortes "Tatauierung".

Im jeweiligen kulturellen und historischen Kontext verweisen Tatauierungen auf soziale oder religiöse Zugehörigkeit, waren Zeichen für den Beginn neuer Lebensabschnitte, oder für die Stellung in der Gesellschaft. Durch die gestochenen Symbole bekennen sich die Tatauierten zu ihrer Kultur, zu ihrer Szene, und zu ihren Weltbildern.

Zeichen von Gewalt und Unterdrückung

In manchen Epochen waren auch gewaltsame und unfreiwillige Tatauierungen verbreitet. Im Altertum versahen die Römer ihre gefangenen Feinde, Sklaven und Rekruten mit Tattoos. Im Dritten Reich mussten Menschen demütigende Zwangstätowierungen zu ihrer Wiedererkennung erleiden. (APA)

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    foto: der standard
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