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Mouse on Krems

3. April 2008, 13:24
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Zwischen Struktur und Geratewohl: Das deutsche Elektronik-Trio ist eines der zahlreichen Gäste des Festivals – Live am 20. April

Nach neun Alben und einer unermesslichen Anzahl an EPs und Nebenarbeiten, hat das Trio rund um Jan St. Werner, Andi Toma und dem erst vor einigen Jahren dazu gestoßenen Sänger und Schlagzeuger Dodo Nkishi mittlerweile internationalen Ruhm erlangt. Seit ihrem ersten Album zu Beginn der 90er entfaltet sich die Arbeit von Mouse on Mars mit zunehmender Komplexität, und das Resultat daraus konnte bislang von keiner anderen Band auch nur annähernd erreicht werden. Auch wenn ihre Musik schwer zu klassifizieren ist – die Band blendet beim Komponieren den Blickwinkel von "Genre" oder "kulturellem Erbe" aus – so wird sie für gewöhnlich mit dem Label "avantgarde" oder "electro-pop", oder beidem, bezeichnet.

Was Klassifizierungen bei Mouse on Mars aus Düsseldorf schwer macht rührt daher, dass sie einerseits Elektronik als kreatives Werkzeug benutzen, andererseits aber die Inhalte und die Referenzen ihrer Musik weit über die Grenzen der elektronischen Kultur hinausreichen. In musikalischer Hinsicht zieht sich als möglicher roter Faden ihre Fähigkeit, unterschiedlichste Einflüsse zu absorbieren und zu verdauen, ohne dass ein Patchwork nach postmodernem Muster entsteht, sondern vielmehr etwas komplett Neues und immerfort Überraschendes.

Instabilität

Dass Komplexität nicht zu Elitismus führt, ist ein weiterer interessanter Aspekt ihrer Arbeit. Die Sounds oder Rhythmen, von denen man glaubt, dass man sie kennt, ziehen uns in den Strom ihrer Musik hinein und befördern uns zur Originalität von Mouse on Mars: Instabilität, die in Song ähnlichen Musikstücken eingelagert ist. Sounds, die wie Computerspiele klingen, flirten mit Orchestern, mit afro-indischen Polyrhythmen, ambiente Einschnitte und (mehr oder weniger identifizierbare) akustische Quellen – was all dies zusammenfügt und nicht separiert, ist der unvorhersehbare Charakter der Musik. Denn abgesehen von Rhythmus und Melodien hört man das Gleiche kaum zwei Mal.

Gerade wegen dieser zugänglichen Komplexität erreichten sie internationales Ansehen. Ihr erstes Album Vulvaland (1994) mag heute ziemlich alt klingen, denn leicht ist die Zeit zu erraten, in der es komponiert wurde. Die darauf folgenden Tonträger der 90er hingegen werden zunehmend absurder, die barocken Stücke werden um eine "organische" Dimension erweitert, jene Stücke unterscheiden sich deutlich von anderen melodischen Arbeiten der elektronischen Musik jener Zeit, und um ihren einzigartigen Charakter.

Mouse on Mars sind am 20. April am donaufestival zu Gast, einen Tag vor dem Auftritt eines anderen großartigen Duos der elektronischen Musik, Autechre. (cra+)

  • Mouse on MarsliveDo., 20. 4., ab 20 Uhrim Line-Up des Eröffnungsabends (Messe. Halle 1)DJ-LineFr., 21.4., ab 21 UhrLounge
    foto: donaufestival/promotion

    Mouse on Mars

    live

    Do., 20. 4., ab 20 Uhr
    im Line-Up des Eröffnungsabends (Messe. Halle 1)

    DJ-Line
    Fr., 21.4., ab 21 Uhr
    Lounge

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