Die Österreicher halten verstärkt "Handy-Etikette" ein

31. Juli 2006, 14:16
83 Postings

Was schon zu reinen Festnetzzeiten galt, gilt zunehmend auch für die große Mehrheit der Handybesitzer: Anrufe nach 21 Uhr gehören nicht zum guten (Benimm-)Ton

An der vermehrten Medienpräsenz von Österreichs Benimm-Instanz Thomas Schäfer-Elmayer liegt es zwar nicht, erfreulich ist es aber allemal: Die heimischen Handy-User werden immer höflicher, so das Fazit einer Fessel-Gfk-Studie im Auftrag der Mobilkom Austria zum Verhalten der österreichischen Mobiltelefonierer.

"Generell setzt sich so etwas wie eine ,Handy-Etikette‘ durch"

Sicht- bzw. (nicht) hörbar wird dies unter anderem dadurch, dass die Mobiltelefone gegenüber früheren Jahren häufiger ihr Gerät lautlos schalten. "Generell setzt sich so etwas wie eine ,Handy-Etikette‘ durch: Rund 80 Prozent der Handy-User geben an, ihr Mobiltelefon beim Theaterbesuch ab- oder lautlos zu schalten. Auch bei Arztterminen, beruflichen Besprechungen und romantischen Verabredungen bleibt das Handy immer häufiger stumm", berichtet Mobilkom-Chef Boris Nemsic.


Bild: Rudolf Bretschneider, Geschäftsführer und Boris Nemsic, CEO Mobilkom Austria

Auch beim Telefonieren in der Öffentlichkeit wird der Studie zufolge, für die im Februar und März 1000 Personen ab 12 Jahren telefonisch befragt wurden, verstärkt Rücksicht auf die (oft ungewollt, mitunter jedoch gern mitlauschenden) Mitmenschen genommen: 41 Prozent aller Handynutzer verlegen demzufolge ihre beruflichen Telefonate auf einen späteren Zeitpunkt, das sind um 13 Prozent mehr als im Jahr 2004. "Zwar wird es immer welche geben, die überall hemmungslos und laut telefonieren, doch sie werden eindeutig weniger", meint Fessel-Gfk-Geschäftsführer Rudolf Bretschneider optimistisch.

Hemmschelle

Die aus dem Festnetzbereich bekannte Hemmschwelle, nach 21 Uhr niemanden mehr anzurufen, setzt sich ebenfalls verstärkt in der Handywelt durch: Mehr als drei Viertel der Befragten gaben an, ab dieser Uhrzeit nicht mehr aktiv zu telefonieren.

Statussymbol

Galt das Handy in den Anfangszeiten der Mobiltelefonie noch als Statussymbol und Spaßfaktor, wird es jetzt von seinen Nutzern quer durch alle Altersgruppen als zuverlässiges Sicherheitstool geschätzt, mit dem sich in Notlagen rasch Hilfe holen lässt.

Reif

Dass das Handy mittlerweile einen festen Platz im Leben der Österreicher einnimmt, sieht Bretschneider nicht nur darin bestätigt, dass es im Durchschnitt in jedem österreichischen Haushalt mindestens zwei Mobiltelefone gibt, sondern auch in der zunehmenden Akzeptanz unter den "sehr reiferen Jahrgängen". 66 Prozent der Befragten über 70 Jahre besitzen demzufolge ein Handy, mehr als ein Drittel davon versendet damit auch SMS. (spu, DER STANDARD Printausgabe, 4. April 2006)

  • Artikelbild
    foto: mobilkom
Share if you care.