Nachlese: Schnitzel, Kernöl und Mozartkugellager

27. Juli 2006, 14:24
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Wirtschaftsminister Bartenstein startet eine 1,5 Millionen Euro teure Info-Kampagne über "rot-weiß-rote Erfolgsgeschichten"

Wien - Mit einer neuen Kampagne will das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit den Österreichern die Erfolge des Wirtschafts- und Arbeitsstandorts Österreich näher bringen. "Rot-weiß-rote Erfolgsgeschichten" werden in der 1,5 Mio. Euro teuren "Informations- und Werbekampagne", konzipiert von der steirischen Werbeagentur "josefundmaria", im April und Mai über Plakate und Inserate der Öffentlichkeit präsentiert.

Der Österreicher neige dazu, sein "Licht unter den Scheffel zu stellen", dabei sei Österreich doch "Exporteuropameister" und "Tourismusweltmeister", sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein (ÖVP) am Dienstag bei der Präsentation der Kampagne in Wien. Die Wachstumskurve gehe nach oben, auch am Arbeitsmarkt sieht der Minister "deutliche Entspannung" und "Rekordbeschäftigung".

Mozart und Kernöl

Mit den verschiedenen Sujets wie "Alpenglühen", "Mozartkugeln", "Kernöl" oder "Wiener Schnitzel" werden zu den gängigen Österreich-Klischees wirtschaftliche Erfolge assoziiert, so etwa zum Alpenglühen die Stahlindustrie, zu den Mozartkugeln das Kugellager und damit das Exportwachstum, zum Kernöl die Mineralölwirtschaft und zum Wiener Schnitzel die erneuerbare Energie, etwa Hackschnitzelheizungen. Typische österreichische Begriffe habe man in der Kampagne in wirtschaftliche Topleistungen übersetzen wollen, erläuterte Bartenstein.

Die Kampagne wurde im Oktober 2005 EU-weit ausgeschrieben, aus 16 Bewerbern habe das Ministerium dann die steirische Agentur josefundmaria ausgewählt, so der Minister. Die Kosten von 1,5 Mio. Euro würden etwa je zur Hälfte in Plakate und in Inserate in Printmedien fließen. Die insgesamt 1.820 Plakate sollen als "Galerien" auffällig platziert werden, also mehrere Plakate nebeneinander. Im Internet können unter www.rotweissroteerfolgsgeschichten.at eigene Erfolgsgeschichten eingesandt werden (Gewinn: ein Österreich-Urlaub). Eine Informationsbroschüre wurde ebenfalls erstellt.

"Informations- und Motivationskampagne"

Als Zielgruppe nannte Josef Rauch, geschäftsführender Gesellschafter der Agentur, einerseits Privatpersonen, andererseits Wirtschaftstreibende und Investoren. Die Kampagne soll nur in Österreich laufen. Der Wirtschaftsstandort Österreich solle als Garant für eine gesicherte Zukunft und für hohe Lebensqualität präsentiert werden. Es handle sich dabei aber nicht um Selbstbeweihräucherung, sondern um eine "Informations- und Motivationskampagne", betonte Rauch auf Anfrage. Mit den Darstellungen wollte man die österreichischen Leistungen mit einem "charmanten Ansatz" rüberbringen, ergänzte Heribert Maria Schurz, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter von josefundmaria.

Am Plakat "alpenglühen" heißt es unter dem Motto "Rot-weiß-rote Erfolgsgeschichten: Industriestandort": "Vom Alpenglühen zur Hochofenglut - wir Österreicher wissen unsere Ressourcen zu nutzen. Unsere Stahlindustrie liegt weltweit an führender Position und hat tausende neue Arbeitsplätze geschaffen. Der attraktive Wirtschaftsstandort Österreich ist Garant für eine sichere Zukunft. Österreich hat es besser. Eine Information des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit". In der Broschüre werden beim Thema "alpenglühen" noch die "optimalen Rahmenbedingungen" für den Wirtschaftsstandort durch die Steuerreform der Bundesregierung mit Senkung des Körperschaftssteuersatzes hervorgehoben.

Im Vorwort der Informationsbroschüre hebt Bartenstein die Beiträge zur "rot-weiß-roten Erfolgsgeschichte" hervor, mitgeschrieben "durch die Unternehmen - gerade auch Klein- und Mittelbetriebe - mit Weitblick und Innovationskraft, die Politik mit optimalen Rahmenbedingungen und die Menschen im Land mit Fleiß und Know-how". (APA)

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    "Österreich hat es besser", Minister Bartenstein zwischen Kernöl und Wiener Schnitzel sichtlich auch.

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