Betrugsverdacht: Institutsvorstand von Med-Uni Graz abberufen

18. Juni 2006, 21:29
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Gerichtsmediziner Leinzinger vorläufig von Funktion entbunden - Betrugsverdacht gerichtsanhängig - Kostenersatz für Gutachten könnten Grund sein

Der Gerichtsmediziner Eduard Leinzinger ist von seiner Funktion als Vorstand des Gerichtsmedizinischen Instituts an der Grazer Med-Uni vorläufig entbunden worden. Wie es in einem Bericht des ORF Steiermark am Montag hieß, laufen gegen den renommierten Gerichtsmediziner auch gerichtliche Vorerhebungen, die wegen der möglicherweise nicht korrekter Verrechnung von Gutachten aufgenommen wurden.

Vorerhebungen

Laut ORF wurden die Vorerhebungen von der Grazer Staatsanwaltschaft bestätigt. Gegenüber der APA wurde von einer Sprecherin des Rektors der Medizin-Universität, Gerhard Franz Walter, die vorläufige Abberufung von der Leitungsfunktion per Freitag vergangener Woche bestätigt. Über den Grund könne man derzeit keine Auskünfte geben, die Vorhaltungen gegen den Mediziner, der nicht suspendiert sei, müssten erst geprüft werden.

Anonymes Schreiben

Hintergrund der Untersuchungen dürften die Verrechnung von Sachverständigengutachten bilden, die über das Konto einer Arbeitsgemeinschaft erfolgt sind und für die laut Rechnungshofbericht von 2005 weder vom Institutsvorstand noch von der ARGE Kostenersatz an die Universität geleistet wurde. Ins Rollen gekommen waren die aktuellen Ermittlungen durch ein anonymes Schreiben an den Rektor, der wiederum eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft und die vorläufige Funktionsenthebung Leinzingers veranlasste. (APA)

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