Österreich führt Beitrittsverhandlungen mit Astronomie-Organisation ESO

Redaktion, 09. April 2006 17:56

Nach 30-jähriger Vorgeschichte - Abschluss Ende 2007 möglich, vorerst geht es ums "Eintrittsgeld"

Wien - Nach mehr als 30-jährigen Bemühungen nimmt Österreich nun formell Beitrittsverhandlungen mit der weltweit führenden Astronomie-Organisation, der Europäischen Südsternwarte ESO, auf. Das bestätigten Vertreter der Österreichischen Gesellschaft für Astronomie und Astrophysik (ÖGAA) und des Bildungsministeriums. Mit einem Abschluss der Verhandlungen wird bis Ende 2007 gerechnet.

Bildungsministerin Elisabeth Gehrer hat kürzlich ein Schreiben mit der Bitte um Aufnahme von Verhandlungen an die ESO abgeschickt. Ein erster Verhandlungstermin könnte schon im Mai stattfinden. Entscheidend wird dabei das "Eintrittsgeld" sein, das die ESO von neuen Mitgliedern als Investitionsablöse für ihre Observatorien verlangt. Dessen Höhe sei nicht verhandelbar und richte sich nach einem Prozentsatz des Bruttoinlandsprodukts.

Vergütung auch durch Sachleistungen

Nach Angaben von ÖGAA-Präsidentin Sabine Schindler von der Uni Innsbruck sind das derzeit einmalig rund 20 Mio. Euro. Verhandelbar sei dagegen, wie viel von diesem Betrag in Form von Sachleistungen, etwa Soft- und Hardware für die Teleskope, erbracht werden kann. Dazu kommt noch ein jährlicher Mitgliedsbeitrag von 2,5 Mio. Euro.

Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT), der einen ESO-Beitritt grundsätzlich empfohlen hat, hat sich für eine "substanzielle Reduktion" des notwendigen Einstiegsbetrags ausgesprochen. Laut Schindler sind Verhandlungen mit der derzeit zwölf Länder umfassenden Organisation bisher nur mit Australien geplatzt. "Es gibt von allen Seiten guten Willen, aber keine 100-prozentigen Garantien für die Finanzierung", sagte Schindler. Sie ist dennoch zuversichtlich, schließlich wäre ein Beitritt ein "Meilenstein für eine erfolgreiche und dynamische Weiterentwicklung der astronomischen Forschung in Österreich".

Astronomie-Standorte bleiben erhalten

Vom Tisch sind frühere Junktimierungen von ESO-Beitritt und einer Zusammenlegung bzw. Strukturbereinigung der drei Astronomie-Standorte in Österreich. Der Wissenschaftsrat hat dies als nicht sinnvoll angesehen, und auch die drei Rektoren der Unis Wien, Graz und Innsbruck hätten sich für einen Verbleib der Astronomie an ihrer Universität ausgesprochen, sagte Schindler.

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star observer
07.04.2006 12:20

sehr begrüßenswert, ich befürchte nur, dass es am geld (wieder einmal) scheitern wird.

nebenbei: so wie damals mit dem von den amis geschenktem teleskop (plus standplatz auf hawai!!), das originalverpackt im keller verschimmelte, weil transport und aufstellungskosten von damals 10 mio. ats nicht genehmigt wurden.

vor rd. 15 jahren wurde übrigens ungefähr so argumentiert: wos woitsn bei der eso, seids eh schon bei der esa (!!) (wovon astronomen genau gar nichts haben, die wissenschaft hat an der raumfahrt ungefähr 1% anteil)

Edmond Dantes
 
03.04.2006 20:28
widersprüchliche frau gehrer...

zuerst schreibt die frau minister für wissenschaft das vorwort zu nem astrologie buch (siehe http://www.univie.ac.at/strv-astronomie) - und dann sucht sie bei der ESO um mitgliedschaft an... ich hoffe, die verantwortlichen lassen die gute frau nicht allzuviel reden bei den verhandlungen - die kommt noch auf die idee und fragt die ESO leute ob sie ihr nicht ein horoskop stellen können...

Schweizer ETH
03.04.2006 20:53
DAS GIBTS DOCH NICHT!!!!

Ist diese Tante denn überhaupt noch zu retten? Mich haut ja nicht so schnell was um, aber bei Eurer Bildungsministerin bleibt mir doch echt die Luft weg.

Vielen Dank für den Link, Edmond Dantes!

Gruss, Planetologe aus CH

Freund der Sanktionen
03.04.2006 18:40
Eine Schande, daß das erst jetzt passiert.

Aber immerhin, besser als nie...

ogott
03.04.2006 13:32

Das kann ich kaum glauben... Die Gehrer macht was sinnvolles?!?

RK31
03.04.2006 13:50

eventuell das einzig sinnvolle das sie gemacht hat

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