Der heimliche Gigahertz-Rekord

1. Juni 2006, 16:22
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Der erste 4-Gigahertz-Prozessor von Intel im Test - Statt den neuen Spitzenwert laut zu feiern, verheimlicht ihn Intel geradezu

Der erste Pentium-Prozessor mit über 4 Gigahertz Taktfrequenz ist auf dem Markt. Doch statt den neuen Spitzenwert laut zu feiern, verheimlicht ihn Intel geradezu, so das Computermagazin c't in der aktuellen Ausgabe.

1000-Euro-Doppelkern-Prozessor

Im Datenblatt des neuen Pentium Extreme Edition 965 nennt Intel eine Taktfrequenz von 3,73 Gigahertz. Der 1000-Euro-Doppelkern-Prozessor ist aber speziell für das Übertakten vorbereitet und kommt dann locker auf 4,26 Gigahertz - und mit dieser Taktfrequenz setzt ihn Dell auch serienmäßig in einem High-End-Rechner ein.

"Hohe Taktfrequenzen passen nicht ins Bild der kommenden ,Next-Generation Micro-Architecture'"

"Im Herbst 2004 hat Intel offiziell angekündigt, keine 4-Gigahertz-Prozessoren auf den Markt zu bringen", erklärt c't-Redakteur Christof Windeck. "Hohe Taktfrequenzen passen nicht ins Bild der kommenden ,Next-Generation Micro-Architecture', für die Intel schon jetzt mit viel Geld wirbt."

Intel setzt auf effizientere Architektur

Die neuen Prozessoren, bisher erst in Gestalt der Notebook- Prozessoren Core Duo auf dem Markt, holen die Mehrleistung nicht mehr wie früher über eine - eben doch nicht beliebig steigerbare - höhere Taktfrequenz herein. Vielmehr setzt Intel auf eine effizientere Architektur (ähnliche Leistung bei etwa halber Taktfrequenz) und auf mehr Prozessorkerne. Intel muss seinen Kunden jetzt also beibringen, dass die am höchsten getakteten Prozessoren nicht mehr lange die Leistungskrone tragen und überdies aussterben werden. Angesichts der neuen Prozessoren mit derzeit rund 2 Gigahertz würde ein 4-Gigahertz-Rekord an anderer Stelle also nur Verwirrung stiften.

Ähnlich

Der Test des 4-Gigahertz-Prozessors zeigt ihn auf ähnlichem Leistungsniveau wie seinen AMD-Gegenspieler, den ebenfalls zum Übertakten gedachten Doppelkern Athlon 64 FX-60. "Intel und AMD sind einander dicht auf den Fersen", so Christof Windeck. Beide Firmen haben im Laufe jeweils eines Jahres die Rechenkraft ihrer Prozessor-Flaggschiffe verdoppelt. Ihre Führungspositionen werden diese indes nicht lange halten: Anfang Juni wird ein noch schnellerer AMD-Prozessor erwartet, Intel dürfte bis zum September nachlegen. Für das kommende Jahr haben beide Firmen schon Vier-Kern-Prozessoren versprochen.(red)

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