UNO-Vertreter Egeland entsetzt über Zustände in Nord-Uganda

2. Juli 2006, 18:31
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Lage in Bürgerkriegsgebiet "schlimmste Form des Terrorismus"

Patongo - Der für humanitäre Hilfe zuständige UNO-Vizegeneralsekretär Jan Egeland hat sich entsetzt über die Lage im Norden Ugandas geäußert. Die Lebensbedingungen der Menschen in dem Bürgerkriegsgebiet seien "inakzeptabel, untolerierbar und müssen sich ändern", sagte Egeland am Samstag bei einem Besuch in einem Flüchtlingslager in der Stadt Patongo, rund 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kampala.

"Das ist die schlimmste Form des Terrorismus", fügte Egeland hinzu. Nach seinen Angaben flohen 90 Prozent der Einwohner der Region aus Angst vor Gewalt aus ihren Häusern. Allein in dem Lager in Patongo leben rund 40.000 Menschen; Einige von ihnen berichteten Egeland vom Mangel an Nahrung, Wasser, Medikamenten und Schulmaterialien.

Eigener UNO-Sondergesandter für den Norden möglich

Egeland sprach das Leiden der Menschen auch bei einem Treffen mit dem ugandesischen Präsidenten Yoweri Museveni am Freitag an. In dem Gespräch hätten beide die Möglichkeit erörtert, einen UNO-Sondergesandten für den Norden Ugandas zu berufen, hieß es in einer anschließend veröffentlichten Mitteilung. Auch über eine mögliche Rolle der UNO im Prozess zur nationalen Versöhnung und Entmilitarisierung der Polizei in der Region sei gesprochen worden.

Im Norden Ugandas herrscht sei 20 Jahren ein Bürgerkrieg zwischen der Rebellengruppe Lord's Resistance Army (LRA) und der Armee. Die LRA strebt den Sturz des seit 1986 amtierenden Präsidenten Museveni an und will eine Regierung auf der Grundlage ihrer fanatischen Auslegung des Christentums bilden. Seit Beginn ihres Aufstands wurden Schätzungen zufolge mindestens 100.000 Menschen getötet. Fast zwei Millionen Menschen flohen vor der Gewalt. Die LRA ist für ihre Verbrechen an Zivilisten und die Entführung von Kindern berüchtigt, die als Soldaten oder als Sexsklaven missbraucht werden. (APA)

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