Pro und Contra Impfungen

Schutz oder Angstmache? Ingomar Mutz, Österreichs oberster Impfspezialist und der steirische Impfgegner August Zoebl im STANDARD-Interview

Standard: Herr Professor Mutz, was raten Sie einem Elternpaar, das unsicher ist, ob es sein Kind impfen lassen soll?

Mutz: Ich sage diesen Eltern, dass Impfen eine Risikominderung bedeutet. Ich bin seit 40 Jahren Kinderarzt. Ich habe noch erlebt, wie es war, als es die heutigen Impfungen nicht gab. Zwischen 1946 und dem Winter 1961 zum Beispiel, als die Polio-Impfung eingeführt wurde, sind 14.000 Österreicher an Kinderlähmung erkrankt. Über 1200 sind daran gestorben. Und von denen, die sie überlebt haben, kenne ich etliche, die heute noch hinken. So etwas wird oft allzu schnell vergessen.

Zoebl: Alleine die Frage Impfen Ja oder Nein zeigt bereits, in welch angstmachendem Weltbild wir da stecken: Es wird immer so getan, als würden wir permanent von bedrohlichen Erregern umschwirrt, die willkürlich über uns herfallen. Das ist das bakteriozentrische Weltbild. Wenn das zuträfe, müssten wir permanent in Infektionen verwickelt sein. In Wahrheit verhalten sich die Erreger um uns und in uns völlig neutral, es sei denn, unsere Integrität ist verletzt, weil beispielsweise die hygienischen Verhältnisse nicht stimmen.

Mutz: Es gibt natürlich viele Erreger, die für den Menschen keine Bedeutung haben. Wenn wir über das Impfen reden, reden wir ja von jenem Teil der Erreger, die Krankheiten bringen können. Für mich ist Impfen die beste Methode, das Immunsystem zu stärken, weil man da mit der Krankheit quasi in einer homöopathischen Dosis konfrontiert ist.

Standard: Herr Dr. Zoebl, Sie haben selbst Kinder, sind die geimpft?

Zoebl: Mein Sohn ist zehn, der hat noch die ersten Impfungen bekommen. Aber ich habe eine vierjährige Tochter, die ist völlig ungeimpft, und es geht ihr blendend.

Standard: Was würden Sie tun, wenn Ihre kleine Tochter sich einen rostigen Nagel eintritt. Würden Sie ihr eine Tetanusspritze geben?

Zoebl: Ich würde dafür sorgen, dass die Wunde gut gereinigt wird, und den Rest dem Wundheilungsprozess überlassen.

Standard: Und wenn das nicht funktioniert?

Zoebl: Dann muss man weiterschauen. Ich persönlich kenne übrigens keine Tetanusfälle in Österreich und auch keinen Kollegen, der welche kennt. Und ich glaube nicht, dass das daran liegt, dass so viel geimpft wird. In Wahrheit sind diese angeblichen Impferfolge eine simple Folge der verbesserten hygienischen Verhältnisse.

Standard: In Ihrem Buch "Impfling" schreiben Sie, dass Sie Kinderkrankheiten für notwendige Entwicklungs- und Reifungsschritte halten, auch in geistiger Hinsicht. . .

Zoebl: Sie sind eine Durchbruchstelle von einer Entwicklungsstufe zur nächsten. Sie schützen das Kind davor, in einer Stufe stecken zu bleiben. Man soll solche Schritte keinesfalls unterdrücken, sondern die Kinder dabei begleiten, eventuell auch arzneilich.

Mutz: Dass im Kontakt mit dem Erreger das Immunsystem reift, ist klar. Aber dass da auch die Persönlichkeit reift, halte ich für absurd. Denken Sie an die Meningokokken- Meningitis. Wem soll das helfen, wenn man da nichts unternimmt? Und weltweit sterben noch immer jährlich 400.000 Kinder an Masern. Ich glaube nicht, dass die Kinder bei uns schlechter gereift sind, weil sie gegen Masern geimpft werden. Aber wenn jemand ein fundamentaler Impfgegner ist, den kann man nicht überzeugen.

Standard: Die Skepsis dem Impfen gegenüber wird hierzulande immer stärker. Woran liegt das?

Mutz: Die Skepsis kommt daher, dass es ein Zuviel an Information gibt. Die Eltern werden davon förmlich erdrückt. Ich habe mir gerade den amerikanischen Elternratgeber zum Thema Impfen besorgt – der hat 457 Seiten. Das ist ja schon für viele Ärzte eine Überforderung. Wie soll sich da ein Laie auskennen? Und wenn man ratlos ist, dann unterlässt man manche Dinge lieber. Noch dazu hat das Impfen ohnehin einen schalen Beigeschmack, weil ich quasi, salopp gesagt, einem vorher Gesunden mit einer Injektion etwas antue.

Zoebl: So ähnlich ist es auch: Man schlägt vorsorglich auf ein Blech, um eine Delle auszuschlagen, die noch gar nicht vorhanden ist. Damit macht man eine Delle, aber die schützt nicht vor zukünftigen Blechschäden.

Standard: Die Impfungen, die der österreichische Impfausschuss empfiehlt, werden von Jahr zu Jahr mehr: Masern, Windpocken, jetzt auch noch die Impfung gegen das Rotavirus. Wird dieser Trend so weitergehen?

Zoebl: Mich erinnert all das an die Seefahrer im Mittelalter, die glaubten, die Erde sei eine Scheibe. Weil sie Angst hatten hinunterzufallen, trauten sie sich nicht an den Rand vor. Genauso versuchen die Impfanhänger, einen Zaun nach dem anderen aufzustellen, vor einem Abgrund, der gar keiner ist.

Mutz: Ich sehe das so: Gott sei Dank werden die Impfungen mehr. Wir können immer mehr Krankheiten vermeiden, und die Kinderabteilungen in den Spitälern schrumpfen. Wenn die Rotavirusimpfung kommt, werden jährlich 3000 bis 4000 weniger Säuglinge und Kleinkinder ins Spital müssen. Das sind 12.000 bis 16.000 Pflegetage im Spital, die sich die Kinder und ihre Eltern ersparen. Der Impfstoff wird ab Mai zur Verfügung stehen. Da muss ich mich doch freuen.

Standard: Und was kommt als nächstes ins Programm?

Mutz: Eine Impfung gegen humane Papillomviren, die die Auslöser des Gebärmutterhalskrebses sind. Davon werden jedes Jahr 400 Fälle diagnostiziert. Davon werden wir hoffentlich auf lange Sicht drei Viertel verhindern können. Der Impfstoff wird voraussichtlich in einem knappen Jahr am Markt sein.

Standard: Und die Pharmafirmen werden mit all dem viel Geld verdienen, könnten Impfkritiker einwenden.

Mutz: Mein Zugang ist ein sehr pragmatischer. Wenn eine Pharmafirma an der Impfung nichts verdient, macht sie es nicht. Ein Bäcker bäckt das Brot, aber nicht, damit wir nicht verhungern, sondern damit er nicht verhungert. Natürlich versuchen die Firmen immer eine Gewinnoptimierung, und natürlich werben sie mit einer gewissen Schlagseite für ihre Produkte. Unsere Aufgabe als Ärzte ist es, das Thema ins rechte Licht zu rücken.

Standard: Der Impfausschuss empfiehlt nicht nur Impfungen, sondern auch, wann und wie oft aufgefrischt werden muss. Halten sich die Österreicher dran?

Mutz: Die Erfassung dieser Daten ist leider erst im Aufbau. Was wir wissen: Bei den Säuglingen bekommen 94 Prozent die empfohlenen Impfungen. Je älter die Kinder werden, desto niedriger wird dieser Prozentsatz. Bei den Erwachsenen gibt es echte Lücken. Ältere Leute etwa, die seit Jahrzehnten nicht mehr Tetanus geimpft wurden. Ich würde mir eine Art Recall- System wünschen, das die Menschen erinnert, wann welche Impfung fällig ist. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die Sozialversicherung so etwas organisiert. Da bekommt man dann eine Aufforderung, wo drin steht: Sie sind jetzt 35, sie sollten zur Impfung gehen. Interessanterweise gibt es bei der Impfmoral ein Ost-West-Gefälle: Die Voralberger nehmen’s viel genauer als die Wiener.

Standard: Wäre eine Impfpflicht für Sie eine Lösung?

Mutz: Nein, das wäre kontraproduktiv. Im Zeitalter des Individualismus fühlen sich die Leute sehr schnell bevormundet. Wir vom Impfausschuss begnügen uns mit eindeutigen Empfehlungen. Wer will, kann diese auf der Homepage des Gesundheitsministeriums nachlesen.

Standard: Herr Dr. Zoebl, was müsste passieren, damit Sie sich impfen lassen?

Zoebl: Für mich gäbe es nur eine einzige sinnvolle Impfung: die gegen die Angst. Aber die existiert leider nicht. Man braucht sich nicht vorsorglich vor Erregern zu schützen. Es reicht, wenn Sie die normalen Grundregeln der Hygiene befolgen – die in Österreich so gut sind, dass man getrost sogar noch eine Schaufel Dreck drauflegen könnte. (DER STANDARD, Printausgabe, 3. 4. 2006)

Das Interview führte Heidi Lackner

Zur Person

August Zoebl, geboren 1966 in Graz, studierte Medizin und praktizierte fünf Jahre als homöopathischer Arzt in seiner Heimatgemeinde Allerheiligen bei Wildon

Ende 2004 trat er aus der Ärztekammer aus und arbeitet seither als Management- Consultant im Gesundheitssystem. Zoebl ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist der Autor des Buches "Lesen Sie dieses Buch, bevor Sie Impfling", AEGIS-Verlag

Ingomar Mutz, Jahrgang 1941, hat seine Ausbildung zum Facharzt für Kinderheilkunde an der Medizinischen Universitätsklinik in Graz absolviert und 1965 abgeschlossen

Seit 1979 ist der Universitätsprofessor Primarius der Kinderabteilung im Krankenhaus Leoben und Vorsitzender des Impfausschusses des obersten Sanitätsrates. Mutz ist verheiratet, hat sechs Kinder und wohnt in Sankt Marein im Mürztal

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Diese Diskussion hier hat für mich die gleiche Qualität

wie die Überlegung des Papstes, HIV-Infizierten jetzt doch die Benutzung von Kondomen zu gestatten, statt sie vor der Infektionsgefahr zu benutzen.

Ich kenne keinen Fall in Österreich (Zeitraum letzte 10Jahre bis heute), wo ein Kind oder ein Erwachsener durch eine Impfung starb oder bleibende Schäden davongetragen hat.

Ich kenne aber Fälle, wo verantwortungslose Eltern ihr Kind absichtlich mit von Windpocken befallenen anderen Kindern zusammenbrachten. Ergebnis in einem Fall: Hirnhautentzündung mit bleibenden Schäden. Das gleiche auch bei Masern.

Und was Tetanus angeht: ein entfernter Verwandter von mir (Bergsteiger) verunglückte, wurde nicht gegen Tetanus geimpft und starb an Wundstarrkrampf. So etwas wünsche ich niemandem.


Wenn eine nette Zecke dann nettes FSME auf seine Tochter überträgt, die Kleine dann womöglich für den Rest ihres Lebens krank oder behindert ist, ist er dann auch noch so zufrieden?!?
Man muss ja nicht jeden Mist impfen, aber ein paar davon machen schon Sinn!

Der Rutengeher

Ist ja klar, zum Einen, werden Impfschäden nicht anerkannt, zum Anderen scheint sich Zahnfee auch gar nicht zu informieren. Vor 1 Monat war ein solcher Fall (Mehrfachamputationen) in Help TV zu sehen. Warum ist das kein Impfschaden? Ganz einfach, nach 1 Tag hatte die geimpfte junge Dame hohes Fieber (42°). Der Hausarzt spritzte ein Medikament gegen Fieber. das Fieber ging nicht runter, der nächste Arzt wurde gerufen underließ sofort eine Einweisung ins Krankenhaus. Noch während des Transportes wurden die Beine und Hände schwarz. Das Mädchen war tagelang in Lebensgefahr. Heute hat sie eine 90%ige Behinderung (körperlich). Warum kein Impfschaden? Ganz einfach, der Schaden könnte ja auch vom Fiebermedikament stammen. So einfach ist das!

FSME bei Kindern - permanente Schauermärchen der Pharmaindustrie zeigen Wirkung! Die Tatsachen sind viel freundlicher:

Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission:
"Im Alter unter drei Jahren sollte aufgrund der milde verlaufenden Krankheit in diesem Alter die Impfung in Beratung mit dem Kinderarzt sehr zurückhaltend erfolgen."
Dazu kommt noch:
(1) nur 1-5% aller Zecken sind FSME-Überträger.
Die allermeisten Bisse bleiben ohne Übertragung.
(2) Nur 10-30% aller Infizierten zeigen überhaupt irgend welche Krankheitssymptome. In der weit überwiegenden Mehrzahl der Fälle bleibt die Infektion ohne Folgen.
(3) In den meisten Fällen beschränken sich die Symptome auf wenige Tage leichtes Fieber.
(4) Nur bei ca. 10% der Patienten mit Symptomen gibt es eine 2. schwere Entzündung.
(5) Selbst diese Phase heilt bei den meisten ohne Langfolgen aus!

Was Ärzte & Pharmaindustrie verschweigen: Wehe, es erkrankt jemand AN der Impfung!

Speziell bei der FSME-Impfung kann es passieren, dass der durch die Impfung selbst injizierte Erreger die Krankheit auslöst - und dann ist OHA!

Einer guten Bekannten von mir ist das passiert - es war ein Alptraum! KEIN Arzt war bereit, FSME zu diagnostizieren - sie war ja geimpft, daher DURFTE es keine FSME sein! Sie hat das Martyrium überlebt.

Hintennach stellte sich heraus: das ist kein Wunder, die meisten FSME Fälle sind unbehandelt zwar schlimm, aber bleiben ohne Dauerfolgen.

Das soll die weltweiten Impf-Erfolge gegen Polio und Pocken nicht schmälern - nur es ist unverantwortlich, dass bei der FSME reine Panik- und Geschäftemacherei regiert - und die Risiken, an der Impfung selbst zu erkranken, systematisch geleugnet werden!

2004 gab es in Deutschland 9 Grippetote mit Virusnachweis


Im Jahr 2004 gab es in Deutschland 116 Tote an Grippe (Viren nicht nachgewiesen); Grippetote mit nachgewiesenen Influenzaviren gab es 9 (in Worten: neun).
Quelle: Statsitisches Bundesamt[Destasis] (ZwSt Bonn), Todesursachenstatistik

Differenzierung, Aufklärung und Eigenverantwortung als Prämissen eines demokrat. Gesundheitswesens für mündige Patienten

Dringend notwendig wäre auf beiden Seiten (Gegner und Befürworter von Impfungen) mehr Differenzierungsvermögen. Bereits Pasteur sagte: Der Keim ist nichts, das Milieu ist alles. Das schützt uns nicht vor schweren Krankheiten, erinnert aber zu Recht daran, dass man die Angst vor Krankheit nicht wegspritzen kann. Entscheident ist am Ende immer meine persönliche Widerstandskraft. Diese speist sich aus vielen Quellen! Eine Quelle kann, sinnvoll erschlossen, die Impfung sein. Aber eben nur eine. Viele wichtige, individuell verschiedene Parameter gehören beachtet, gehen aber in der 3 Minuten Medizin oft unter. Das schürt ein nicht immer berechtigtes Unbehagen gegen jede Impfung. Differenzierung braucht Zeit und die fehlt meistens.

Herrlich...

Ich lache mich kaputt!
Der eine noch gescheiter wie der andere...

Warte noch 40 Jahre; dan wissen wir's vieleicht..

(oder war das zu "esoterisch"?)

40

jahre später ist immer gut lachen. wenn du so lang warten willst, bitte.
der clou ist aber, das zu argumentieren und anzuwenden, was man jetzt weis.

was soll ich tun?

impfen dafür - impfen dagegen?

wenn ich an pharmakonzerne und ihre produkte denke, sehe ich nicht viel unterschiede zu einem großen konzernwie z.b. unilever und dessen marken(z.b.persil).
sie wollen verkaufen, verkaufen, verkaufen - ob es sinn macht oder nicht ist eine andere frage!
die budgets von pharmakonzernen fürs marketing ihrer produkte sind riesig!
mit diesen mitteln kann man ganz viele unikliniken, ärtze und studien finanzieren. einige medizinerfreunde von mir werden auf der klinik von d. pharma bezahlt - das ist ganz normal!
die beeinflussung ist meiner meinung nach dermaßen groß, dass man sich wirklich kein klares bild mehr von medikamenten und deren auswirkungen mehr machen kann!
vielleicht wird doch zuviel geimpft?

Alles mit Augenmaß bitte!

Ich bin kein Impfgegner, aber etwas Augenmaß wäre doch angebracht. Ein kleines Beispiel: Eine gute Bekannte hatte einen Urlaub in Südostasien geplant, 2 Wochen. Da sie ein vorsichtiger Mensch ist, ging sie in Wien zum Tropeninstitut und kam verstört wieder. 14 (!) Impfungen wurden ihr empfohlen, die sie in 3 (!) Wochen hätte absolvieren sollen. 1. Frage: Wohin fährst du? 4* Hotel. Touren? Eher nein. O.k. Cholera weg, das gleiche mit Tollwut etc. Begründung dafür war übrigens der Tollwut Fall in Marokko! Übrig blieben 4 sinnvolle Impfungen, die ich bedenkenlos empfehlen konnte. Ihr Internist bestätigte das. Der Clou zum Schluss: sie erkrankte -Erkältung! Wegen der Klimaanlage im 4*Hotel.

Also ich bin gegen Impfungen

gegen Sicherheitsgurte,gegen Steinschlaghelme beim Klettern...
So ein ordentlicher Brocken zur rechten Zeit auf den Schädel - der stärkt die Widerstandskraft auf Jahre hinaus

Aus der Aerztekammer ist er zwar schon ausgetreten,

aber ich frage mich, ob man dem Herrn Zoebl nicht sein Doktorat aberkennen kann. Angesichts der unglaublich gemeingefaehrlichen Ratschlaege, die implizieren, Kinder am besten gegen gar nichts zu impfen, waere das mehr als gerechtfertigt. Typen wie er (und Hamer, etc.), die fuer ihre radikalen Behauptungen so absolut ueberhaupt gar keine empirischen Beweise vorlegen koennen, die sich im Peer Review bewaehrt haben, sollten kein Recht haben, unter dem Deckmantel des Doktors, der ja eigentlich wissenschaftliche Befaehigung belegen sollte, Menschen in die Irre zu fuehren. Klar sind manche Impfungen unnoetig, abhaengig vom Kontext gar schaedlich. Dies macht die Extremposition "Impfen = boese" aber nicht wahrer.

Aus der Demokratie sind Sie, Markus M. zwar mit einem Bein schon ausgetreten,

aber ich frage mich, ob sie Andersdenkenden nicht auch gleich ihre Menschenrechte aberkennen wollen. Angesichts der unglaublich aufklärerischen Ratschläge, die implizieren, ausgewählten Mitmenschen am besten das Denken zu verbieten und ihrer Meinungsfreiheit zu berauben, waere das mehr als passend.
Typen wie sie sollten sich mal überlegen, in welcher Welt sie denn selbst leben wollen und in welche Tradition sie sich mit ihrem Agieren dann eigentlich stellen. Ihre autoritäre Forderung ist äußerst gefährlich und darüberhinaus verfassungswidrig: Wer gibt Ihnen das Recht, zu wissen, was richtig und falsch ist und aufgrund dieser anmaßenden Eigenermächtigung über andere richten zu wollen?

was hat die Forderung danach,

jemandem die Berufsberechtigung abzuerkennen, mit antidemokratischen Ansichten zu tun???

drohen als argument?

die aberkennung eines doktortitels eines arztes aufgrund seiner impfskepsis ist, soweit informiert, gesetzlich unmöglich, denn es gibt keinen impfzwang in österreich, nicht für ärzte und auch nicht für patienten -ergo auch nicht für nichtärzte, was sie und markus m. auffallend ignoriert haben: da dr. zoebl ja -wie oben angegeben- nicht als arzt tätig ist und freiwillig aus der ärztekammer ausgetreten ist, ist eine doktortitelaberkennung eben nicht nur gesetzlich unmöglich, sondern auch wirkungslos, da sie ihm nicht die berufsberechtigung entziehen kann.
also wozu derlei unhaltbare drohgebärden in einem forum mit dem thema impfen pro+contra, wenn nicht bloß dazu, andersdenkende zum schweigen zu bringen? ich empfinde das als undemokratisch.

schauns bobhund,es gibt sowas

wie einen internationalen Konsens,dass ein Paprika kein gutes Herzmittel ist,obwohl ihn der liebe Gott so schön herzförmig gemacht hat
und wenn ein Herzkranker sich damit kurieren will,weil ihm die Esoteriker und Verfechter der freien Meinung das plausibel gemacht haben -
muss ich noch mehr sagen?

x aeins, ich habe selbst zweifel an der impfkritik. ich hätte da gern mehr(so überhaupt möglich)"objektive" forschung und statistik, klar definierte methodenwahl in der untersuchung dieses themas, weniger gut-böse-schema, eso-geschwafel und weltverschwörungsparanoia.

eines geb ich aber zu bedenken: wenn ein prinzip "prinzipiell" nicht mehr in frage gestellt werden darf, weil es für uns mittlerweile zum glaubensgrundsatz geworden ist, zum dogma, oder, wie sie es vielleicht neutraler ausgedrückt haben, zum "konsens", dann sollten wir uns dessen in der auseinandersetzung auch bewusst sein.
das bedeutet überhaupt nicht, dass das glaubensprinzip deshalb "falsch" ist, der "konsens" schränkt aber urteils- und vorstellungskraft markant ein.

der Konsens fällt nicht vom Himmel

sondern ist das Ergebnis von Studien,klinischer Erfahrung und langjähriger statistischer Auswertung
und wenn sich daraus ergibt,dass etwa die Masernencephalitis mit Hirnschäden
durch die Impfung praktisch verschwindet
so wird man sie wohl den Kindern nicht vorenthalten
wenn sich dagegen die Impfschäden als statistisch unbedeutend erweisen
ähnlich wie ich mir Trainingsschäden zuziehen kann wenn ich fürs Matterhorn trainiere
trotzdem trainier ich lieber,so wills der Konsens der Bergsteiger

Impfschäden sind statistisch unbedeutend - WIE WAHR!

Ganau da setzt meine Kritik an:
Es gibt eine fatale Asymmetrie in der wissenschaftlichen Diskussion:
* nach Schäden durch Nicht-Impfung wird intensivst gesucht - und die werden auch entsprechende gefunden;
* Schäden durch Impfungen werden vertuscht, auf ander Ursachen geschoben, nicht wahrgenommen. Auf keinen Fall werden sie so intensiv beforscht wie Nicht-Impf-Schäden.

und als Fazit schauen dann die Statistiken entsprechend freundlich aus!

Wer mir nicht glaubt: der zeige mir die umfangreichen Studien, die belegen, dass Impfen praktisch risikolos ist!?? In Wahrheit ist es ja umgekehrt: zunächst wird einmal hurtig drauflosgeimpft - und erst dann, wenn die Nebenwirkungen massenhaft und katastrophal auftreten, wird eingegriffen.

der konsens ist unser horizont

der konsens fällt nicht vom himmel, nein, er ist sicherlich ein resultat von vollzogenen paradigmenwechseln der vergangenheit, die unseren heutigen erwartungshorizont geprägt haben und prägen. der konsens ist also weite und begrenzung unseres augenblicklichen (geistigen) horizonts.

die möglichkeit besteht aber (wie die wissenschaftsgeschichte wunderbar demonstriert), dass wir in einem solchen zustand geistig im kreis laufen, da wir nur erwarten, was unserem horizont als erfüllbar erscheint und sich ergo nur erfüllt, was wir eh erwartet haben.

deshalb darf konsensfähigkeit nicht die prämisse der diskursfähigkeit eines gedankens sein.

zudem ist es möglich, dass unser "konsens" uns koinzidenzien als kausalitäten erscheinen lässt.

Kein Hut passt auf jeden Kopf - jeder Mensch verdient eine auf ihn passende Abwägung der Risken

Wie schön, dass es kluge Postings gibt, die sich um Differenzierung bemühen. Genau die geht leider in der unversöhnlichen Frontstellung von Impfbefürwortern und Gegenern unter. Ich zähle mich zu den kritischen Befürwortern und plädiere für das Verantwortungsprinzip. Das erscheint mir ethisch am vertretbarsten. Ziel ist der aufgeklärte Patient, der eine fundierte Risikoeinschätzung bekommt und dessen Entscheidung aber dann auch akzeptiert wird. Wenn Mütter mir erzählen, dass ihr Kinderarzt sagt: Wenn sie nicht ihre Kinder impfen lassen, brauchen sie gar nicht mehr wiederkommen, bekomme ich Brechreiz. Es gibt wichtige sinnvolle Impfungen, es gibt aber auch sinnlosen Overkill. Kein Hut paßt auf jeden Kopf. Man muss abwägen, immer auf's Neue.

Keine schlechte Idee

Würde ich sofort unterstützen. Aber in Österreich wird ja nicht einmal ehemaligen KZ-"Ärzten" das Doktorat aberkannt. Leider. (Womit ich Zoebl nicht mit diesen Leuten verglichen haben will, das hat er denn doch nicht verdient, aber gemeingefährlich ist er allemal.)

eine alte idee!

"wer anderer": sie stellen sich unbeabsichtigt in eine zweifelhafte tradition, wenn sie hier eine affirmation einer illegalen entrechtung eines staatsbürgers assoziativ mit dem dritten reich verbinden, denn mit dem aberkennen von titeln und rechten hat schon einmal begonnen, was schließlich im aberkennen von eigentum, freiheit, menschenwürde und leben endete.

was bei mir bald durchbricht,

ist mein blinddarm wenn ich so einen schwachsinn lese wie ihn dr. zoebl von sich gibt.

erstens schützen die geimpften indirekt auch die nichtgeimpften, weil sich die zahl der potentiellen überträger verringert.

und zweitens sollte zoebl verstanden haben, dass eine impfung eine nahezu gleiche wirkung auf das immunsystem hat wie die infektion mit dem erreger. seine tochter könnte also auch durch impfungen "reifen" oder durchbrechen.

..aber vielleicht wünscht sich der herr doktor wieder mehr missgestaltete persoen die vor der kirche sitzend um geld betteln...sieht ja so malerisch aus!

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