Massachusetts schränkt Homosexuellen-Ehe ein

31. März 2006, 13:09
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Paare müssen Wohnsitz in dem US-Bundesstaat haben - Regelung soll HeiratstouristInnen fernhalten

Boston - Das Oberste Gericht des US-Bundesstaats Massachusetts, das vor zwei Jahren die "Homo-Ehe" eingeführt hatte, hat diese Entscheidung mit nachträglichen Einschränkungen versehen. Das Gericht entschied am Donnerstag in Boston, dass nur solche gleichgeschlechtlichen Paare in dem Staat die Ehe schließen dürfen, die dort auch ihren Wohnsitz haben. Es wies damit die Klage von acht homosexuellen Paaren ab, die nicht in Massachusetts leben.

HeiratstouristInnen

Das Gericht bezog sich in seiner Entscheidung auf ein Gesetz aus dem Jahr 1913: Danach dürfen nur solche von außerhalb kommenden Paare in dem Staat heiraten, deren Ehe auch in ihrem Heimatstaat anerkannt wird. Massachusetts ist jedoch der bisher einzige US-Bundesstaat, der eine mit allen Rechten ausgestattete "Homo-Ehe" erlaubt. In den beiden anderen Neuenglandstaaten Connecticut und Vermont gibt es zwar für schwule und lesbische Paare die Möglichkeit der "civil union", die ihnen diverse Rechte einräumt; diese "Zivilgemeinschaft" hat aber nicht in allen rechtlichen Bereichen den selben Rang wie die Ehe.

Der konservative Gouverneur von Massachusetts, der Republikaner Mitt Romney, begrüßte die jüngste Gerichtsentscheidung als "einen wichtigen Sieg für die traditionelle Ehe". Seit in dem Ostküstenstaat die Homo-Ehe legalisiert wurde, haben dort fast 7000 gleichgeschlechtliche Paare geheiratet. (APA/AFP)

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