Interessenten: Erste Bank, ÖVAG und Städtische

31. März 2006, 17:59
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Erste Bank: "Werden uns das anschauen" - Filialnetz wäre besonders interessant - Städtische will Angebot prüfen, stellt Bedingungen - Auch ÖVAG prüft

Wien - Die Meinung innnerhalb der Erste Bank zu einem möglichen Einstieg bei der BAWAG P.S.K. hat sich nach dem gestrigen grundsätzlichen Verkaufsbeschluss des BAWAG-Eigentümers ÖGB geändert. War bisher ein Interesse dementiert worden, zeigt man nach der jüngsten Entwicklung nun doch Interesse.

"Sollte es zu einem internationalen Ausschreibungsverfahren kommen, dann werden wir uns das anschauen", so eine Sprecherin der Erste Bank heute, Freitag, zur APA.

Vor allem das große Filialnetz der BAWAG in Österreich wäre für die Erste Bank von besonderem Interesse, heißt es.

Zu wenig Kenntnis

"Wir kennen die BAWAG aber zu wenig, wir haben uns mit der Bank bis vor kurzem noch nie beschäftigt", betonte die Sprecherin. Vor allem wisse man nichts über die rechtliche Seite im Zusammenhang mit den verlustträchtigen Karibik- und Refco-Geschäften.

Die börsenotierte Erste Bank ist die zweitgrößte Bank im Land, die BAWAG P.S.K. die Nummer vier.

ÖVAG will Angebot prüfen

Auch die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) zeigte heute, Freitag, Interesse an der BAWAG P.S.K.. "Wir werden uns das Angebot, wenn es eines geben sollte, grundsätzlich anschauen", sagte eine Sprecherin der Bank zur APA. Definitives gebe es aber nicht.

Städtische will Angebot prüfen, stellt Bedingungen

Die Wiener Städtische Versicherung gilt als einer der Fixstarter, wenn es zu Übernahmeangeboten für die Gewerkschafstbank BAWAG kommt.

Es werde von den Ausschreibungsbedingungen und vom inneren Zustand der BAWAG abhängen, ob die Wiener Städtische ein Angebot für die Gewerkschaftsbank legen wird, sagte der Generaldirektor der Versicherung, Günter Geyer, am Freitag zur APA.

Sollten Ausschreibungsbedingungen und Überprüfung der BAWAG keine Stärkung der Wiener Städtischen erkennen lassen, wäre die Sache erledigt.

Gespräche mit der Erste Bank

Wenn ja, dann würde er Gespräche mit der Erste Bank beginnen, so Geyer.

Mit der Erste Bank kooperiert die Wiener Städtische schon bisher in mehreren Bereichen. Zuletzt war kolportiert worden, dass Geyer einen allfälligen BAWAG-Einstieg nicht im Alleingang über die Bühne bringen wolle, sondern dabei die Erste Bank an Bord holen könnte.

"Kein Kommentar" aus Generali Vienna

Aus der Generali Vienna, die sich vor rund einem Jahr für einen Einstieg bei der BAWAG ins Spiel gebracht hatte, hieß es heute zur APA: "Kein Kommentar". Man sei aber grundsätzlich an jedem zusätzlichen Vertriebsweg interessiert, wurde bekräftigt.

Generali Vienna-Chef Karl Stoss hatte im April des Vorjahres mit seinem Interesse für einen Einstieg bei der Gewerkschaftsbank für Aufsehen gesorgt. Er sei an jeder Vertriebspartnerschaft mit einer großen Bank interessiert, hatte Stoss Ende 2005 erklärt. Bei der Bilanzpressekonferenz im heurigen Februar hatte Stoss zum Thema neuer Bankpartner erklärt, dass die Generali Vienna Group gut aufgestellt sei, "von unserer Seite gibt es keine Notwendigkeit." Man verfüge mit den 3 Banken, der RLB OÖ, den beiden Hypos aus OÖ und Salzburg sowie dem Maklergeschäft über ausreichende Vertriebspartner. (APA)

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    Wiener Staedtische-Generaldirektor Günter Geyer will prüfen.

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