Job-Handicap Halbtagskindergarten

30. März 2006, 19:23
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AMS: Geldzuschüsse reichen nicht, mehr Ganztagsbetreuung nötig

St. Pölten - Es gäbe kaum eine bessere Investition öffentlicher Mittel "als die in die Zukunft unserer Kinder", sagte Niederösterreichs Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi (SP) anlässlich der Bewilligung von rund 7,7 Millionen Euro für Landesschulen und -kindergärten durch den NÖ Schul- und Kindergartenfonds.

Diese Mittel - so Onodi - würden nicht nur die Wirtschaft ankurbeln, sondern darüber hinaus mit dafür sorgen, dass "Kindern und Jugendlichen in Niederösterreich in ihrem schulischen Umfeld optimale Bedingungen geboten werden können". Eine Ansicht, die beim Arbeitsmarktservice (AMS) Niederösterreich nicht auf ungeteilte Zustimmung stößt. Fehlt es laut AMS-NÖ-Vizechef Karl Fakler im größten Bundesland derzeit doch akut an Kindergärten mit Öffnungszeiten bis in die Abendstunden hinein.

"Bis 19 Uhr"

"Die Kindergärten sollten generell bis 19 Uhr offen haben. Für bestimmte Berufsgruppen wäre 20 Uhr sogar noch besser", sagt Fakler. Unzureichende Kinderbetreuung nämlich stelle heute ein Haupthindernis bei der Jobsuche dar - überwiegend für Frauen und immer öfter in ländlichen Gebieten, wo der Weg in die Arbeit und zurück besonders weit ist.

Nur acht Prozent aller unter Sechsjährigen besuchen in Niederösterreich ganztägig einen Kindergarten - mangels Angebot, da ein Großteil der Einrichtungen schon mittags (oder über die Mittagstunden) schließen. Das ergab eine bundesweite Studie der Arbeiterkammer 2005. Zum Vergleich: In Wien werden 80 Prozent aller unter Sechsjährigen ganztags außerhäuslich betreut.

Nicht einfach - gemacht

Von den insgesamt rund 40.000 unter Zweieinhalbjährigen besuchten in Niederösterreich überhaupt nur 600 - also 1,5 Prozent - einen Kindergarten. Auch dies laut Fakler ein Hinweis, dass das Arbeitsleben in Niederösterreich vor allem den Müttern schwer gemacht werde. (bri/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.3. 2006)

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