Burgenland: Grüne für verpflichtenden Vater-Karenzmonat

30. März 2006, 13:58
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Vorschläge zur Kinderbetreuung kommen auch von Seiten der FPÖ: Kindergartenbeiträge soll Land übernehmen

Eisenstadt - Vorschläge zum Thema Kinderbetreuung haben am Donnerstag Grüne und Freiheitliche im Burgenland präsentiert. Die Grünen fordern einen Rechtsanspruch auf einen kostenlosen Kinderbetreuungsplatz sowie ein Karenzmodell, das unter anderem einen verpflichtenden Vatermonat vorsieht. FPÖ-Obmann Johann Tschürtz tritt dafür ein, dass künftig das Land für die Kindergartenbeiträge aufkommen soll.

Die Grünen wollen eine echte Trendwende für Frauen bewirken, so Klubobfrau Grete Krojer und Yasmin Dragschitz, burgenländische Spitzenkandidatin für die Nationalratswahl. Diese sei nötig, damit das gleiche, selbstverständliche Recht auf Einkommen, Arbeitsplatz, Karriere, Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Einfluss endlich umgesetzt werden könne.

Grüne Forderungen

Gefordert wird, dass ein Kinderbetreuungsplatz ab dem Ende des Mutterschutzes, spätestens aber ab dem 1. Lebensjahr, geltend gemacht werden könne. Elternbeiträge, die in den Kindergärten derzeit oft ohnehin nur bis zu 20 Prozent der Gesamtkosten abdecken würden, sollten abgeschafft werden. Das grüne Karenzmodell sehe unter anderem die Einführung eines verpflichtenden Vatermonats bei vollem Einkommensersatz vor.

Außerdem solle es einen 80-prozentigen Einkommensersatz als Karenzgeld geben, der von jedem Elternteil jeweils für die Dauer von acht Monaten in Anspruch genommen werden kann. Danach soll für jeden Elternteil die Möglichkeit bestehen, jeweils je drei Monate in Karenz zu gehen und in dieser Zeit 600 Euro zu erhalten. Der volle Karenzanspruch kann nach den Vorstellungen der Grünen dann ausgeschöpft werden, wenn sich Vater und Mutter die Karenzzeit tatsächlich partnerschaftlich aufteilen.

Kindergartenbeiträge vom Land finanziert

Nach Ansicht von FPÖ-Chef Tschürtz sollte das Burgenland zur "effektivsten Form" der Förderung von Kleinkindern greifen und Kindergartenplätze im Land kostenlos anbieten: "Die Übernahme der Kindergartenbeiträge durch das Land verursacht Mehrausgaben in der Größenordnung von vier Millionen Euro. Das ist finanzierbar." Bei den Geburten gebe es im Burgenland eine negative Entwicklung: Laut Statistik Austria hat es von Februar 2005 bis Jänner 2006 im Burgenland einen Geburtenrückgang von 5,5 Prozent gegeben, so Tschürtz.

Dunst: Wiedereinführung der Kindergarten-Milliarde

Landesrätin Verena Dunst (S) erklärte in einer Aussendung, das Burgenland verfüge zwar über ein ausgezeichnetes Netz an Betreuungseinrichtungen im Kindergartenalter, das aber trotzdem weiterhin verbessert gehöre. Sie fordere die Wiedereinführung der ersatzlos gestrichenen Kindergarten-Milliarde, um die Finanzierung sichern zu können. (APA)

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