Gewerkschaften gegen Bawag-Verkauf

30. März 2006, 22:29
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GPA und Metaller: Verkauf nicht aktuell, jetzt auch kein Teilverkauf - GÖD: Gusenbauer-Forderung "entbehrlich"

Wien - Der von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer vom ÖGB geforderte Verkauf der BAWAG ist für die Spitzen der Groß-Gewerkschaften nicht aktuell. GPA-Chef Wolfgang Katzian verwies am Rande des Nationalrats-Plenums auf frühere Aussagen, wonach die Hereinnahme eines strategischen Partners immer geplant gewesen sei, man aber den Zeitpunkt dafür noch nicht beurteilen könne.

Ähnlich die Aussage von Metaller-Zentralsekretär Franz Riepl (S). Aus seiner Sicht ist eine derartige Diskussion derzeit nicht sinnvoll. Zuerst müsse man das Vertrauen in die BAWAG wieder stärken. Was dann in ein, zwei Jahren sein werde, könne man heute nicht sagen, so Riepl.

GÖD: Gusenbauer-Forderung nach Trennung ist "entbehrlich"

Für die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) ist die Empfehlung von SPÖ-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer, dass der ÖGB die BAWAG verkaufen solle, "entbehrlich". GÖD-Sprecher Hermann Feiner bezeichnete es in einer Aussendung als "bemerkenswert", dass sich Gusenbauer nun plötzlich in Angelegenheiten des ÖGB einmische. Bisher habe er immer argumentiert, dass die SPÖ mit der BAWAG und dem ÖGB nichts zu tun hätte.

Die von Christgewerkschaftern geführte GÖD forderte die SPÖ auf, die parteipolitischen Umklammerung des ÖGB dringend zu lösen. Der ÖGB müsse sich hin zu einer überparteilichen gewerkschaftlichen Vertretung weiterentwickeln. (APA)

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