Keine Diskussion um Zellhofer

30. März 2006, 19:35
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Trotz desolater Leistungen stehen Sportdirektor Schöttel und Präsident Edlinger hinter Rapid-Trainer: "Kein hire and fire"

Wien - Die fußballerische Talfahrt von Meister Rapid und Vize Liebherr GAK sind am Mittwoch in den zwei Nachtragsspielen der T-Mobile-Bundesliga prolongiert worden. Die Wiener, die erstmals nach 116 Tagen wieder im Hanappi spielten, warten nach dem 0:1 gegen Nordea Admira seit fünf Runden auf einen Sieg, die Grazer verloren in Ried 1:2 und laufen sogar schon sechs Pflichtspiele (inklusive Cup) einem Erfolg hinterher.

Die zwei strahlenden Mittwoch-Sieger durften sich hingegen innerhalb von vier Tagen abermals über drei Punkte freuen. Die SV Josko Ried kletterte nach dem 27. Heimspiel ohne Niederlage auf den dritten Tabellenplatz, überholte FC Superfund Pasching, den GAK und Rapid, und das Schlusslicht aus der Südstadt weist acht Runden vor dem Saisonende nur noch fünf Punkte Rückstand auf den rettenden neunten Rang, den derzeit SV Mattersburg einnimmt, auf.

"Müssen jetzt ruhig bleiben"

In Hütteldorf stellte sich nach Präsident Rudolf Edlinger ("Ich bin kein Freund von hire & fire. Das gilt auch für Georg Zellhofer") Sportdirektor Peter Schöttel ebenfalls hinter den Trainer. "Wir müssen jetzt ruhig bleiben. Ich denke nicht daran, ihn zu wechseln. Von außen kommt so viel Wirbel, dass wir intern nicht noch einen brauchen könnten. Das war heute ein engagiertes Spiel von uns. Es geht immer weiter im Fußball, auch in der Niederlage muss man etwas Positives finden", meinte der Ex-Teamspieler.

Schöttel und Zellhofer, und nicht nur sie, sahen gegenüber dem 1:2 vom "Hinspiel" in der Südstadt trotz des Ausschlusses von Radek Bejbl ("sein Tritt ist nicht entschuldbar, das wird Folgen haben") einen leichten Aufwärtstrend. "Ich kann der Mannschaft diesmal nichts vorwerfen, sie war engagiert, laufstark und hat gekämpft. Es waren auch hochkarätige Chancen dabei, die man einfach verwerten muss. Aber momentan schießen wir uns den Ball selbst aus dem Tor heraus", sagte der Hickersberger-Nachfolger. Donnerwetter habe es genug gegeben, er müsse die Spieler jetzt vielmehr unterstützen.

Payer sehnt sich nach Erfolgserlebnis

"Hätte wir uns immer so präsentiert wie diesmal, dann wären wir nicht in dieser Situation, die ich und auch einige Spieler noch nie erlebt haben", meint Zellhofer, der derzeit an den UEFA-Cup-Startplatz keinen Gedanken verschwenden, weil er "genug andere Probleme" hat. Kapitän Helge Payer weiß, das nun jedes Spiel schwer werde, appellierte aber, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern hoch zu halten. "Uns fehlt einfach das Erfolgserlebnis, früher oder später wird auch das Glück zurückkommen", so der Teamtorhüter.

Auch im Admira-Lager schaut man derzeit nicht auf die Tabelle. "Es müssen unsere Resultate stimmen, wir müssen weiterhin mit so viel Enthusiasmus spielen und unser Haus selbst bestellen", sagte der Headcoch Hubert Baumgartner nach dem Goldtor seines eingewechselten Kapitäns Thomas Flögel, der erstmals seit drei Jahren (April 2003 als Austrianer) wieder ins Schwarze getroffen hat. "Wir machen unsere Arbeit und wollen in der Liga bleiben", nennt Rolf Landerl das simple Erfolgsrezept. Michael Wagner fügte hinzu: "Es geht aufwärts, auch wenn diesmal das nötige Glück dabei war. Durch solche Spiele sollten wir Selbstvertrauen bekommen."(APA)

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    Das Hanappi war einmal eine Festung.

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