Salzburg: Starker Zulauf bei Gynmed Ambulanz

30. März 2006, 11:09
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Seit einem Jahr kann frau an den Landeskliniken Schwangerschaftsabbrüche durchführen lassen

Salzburg - Die Möglichkeit, an den Salzburger Landeskliniken Abtreibungen durchführen zu lassen, ist auf großen Bedarf gestoßen: An der Gynmed Ambulanz, die seit April 2005 jeweils an Samstagen Termine anbietet, wurden in den vergangenen zwölf Monaten rund 750 Abtreibungen vorgenommen. "Das entspricht jenem Bedarf, von dem wir im Konzept ausgegangen sind", erklärte die Psychologin Petra Schweiger vom Frauengesundheitszentrum ISIS, die in der Gynmed Ambulanz Beratungen anbietet.

"Die Ambulanz wird von den Frauen sehr gut angenommen, die Behandlungen laufen sehr ruhig und sicher ab", zog der ärztliche Leiter der Gynmed Ambulanz Salzburg, Christian Fiala, eine Bilanz nach einem Jahr. Die Eröffnung der Ambulanz sei ein wichtiges Signal gewesen, weil man damit vermittle, dass die Probleme der Frauen ernst genommen und wohnortnahe gelöst würden. Zuvor hätten Frauen für eine Abtreibung in andere Bundesländer ausweichen müssen. "Etwas, was in anderen Bereichen der Medizin undenkbar wäre", meinte Fiala.

Geringer Anteil sehr junger Frauen und Mädchen

Rund drei Viertel der Frauen kommen aus Stadt und Land Salzburg. Der Rest stamme aus anderen Bundesländern, berichtete Schweiger. Rund 70 Prozent der Frauen entschieden sich dabei für einen Eingriff unter Vollnarkose. Auffallend sei, dass vor allem erwachsene Frauen, die die Familienplanung schon abgeschlossen und mehrere Kinder hätten, in die Ambulanz kämen. Rund 60 Prozent der Frauen gehören dieser Zielgruppe an. Der Anteil sehr junger Frauen und Mädchen ist gering. "Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, dass Frauen, die bereits Kinder geboren haben, auch über die Verhütung gut Bescheid wüssten", sagte Fiala. Deshalb wird derzeit an Konzepten gearbeitet, um diese Zielgruppe verstärkt mit Informationen über Prävention ungewollter Schwangerschaften zu erreichen.

"Die Salzburger Lösung hat sich bei Organisation, Ablauf und Beratungsangebot zu einer Vorzeigeeinrichtung entwickelt", ist Schweiger überzeugt. Die Gynmed Ambulanz ist jeweils an Samstagen geöffnet. Pro Woche werden maximal 15 Termine vergeben. Die Kosten belaufen sich auf 425 Euro - unabhängig von der Methode des Abbruchs. Derzeit gibt es für die betroffenen Frauen rund zwei Wochen Wartezeit auf einen Termin.

Aufregung abgeebbt

In Salzburg wurde das Angebot durch eine Initiative von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) geschaffen. Sie hatte sich in dieser Frage gegen den Regierungspartner ÖVP, der sogar mit dem Bruch der Koalition gedroht hatte, durchgesetzt. Nach anfänglichen Demonstrationen vor den Landeskliniken hat sich die öffentliche Aufregung weitgehend gelegt. (APA)

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