Bericht: Mehr Gewaltopfer als im Irak

4. Juli 2006, 15:37
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Menschenrechtsgruppe ruft Regierung zum Handeln auf

Kampala - Der Gewalt im Norden Ugandas fallen laut einer Bürgerrechtsgruppe drei Mal so viele Menschen zum Opfer wie im Irak. Von den schätzungsweise fünf Millionen Einwohnern der Region kämen jede Woche durchschnittlich 146 gewaltsam ums Leben, was einer täglichen Quote von 0,17 pro 10.000 Personen entspreche, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Studie der so genannten Zivilgesellschaftlichen Organisationen für Frieden in Nord-Uganda. Im Irak betrage diese Quote nur 0,052 pro 10.000 Menschen.

Die ugandische Regierung, die Rebellen und die internationale Staatengemeinschaft müssten das wahre Ausmaß des Grauens anerkennen, forderte Kathy Relleen von Oxfam, einer der beteiligten Organisationen. Dem Bericht zufolge hat der 20 Jahre alte Konflikt fast zwei Millionen Menschen obdachlos gemacht. Auch seien schätzungsweise 25.000 Kinder entführt und zu Kriegsdiensten oder zur Prostitution gezwungen worden.

Im Norden des zentralafrikanischen Landes kämpft die Widerstandsbewegung des Herrn gegen die Regierung in Kampala. Der Schaden infolge der anhaltenden Kämpfe wird in dem Bericht auf bislang 1,7 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) beziffert. Ein ugandischer Regierungssprecher wies die Studie als Schwarzmalerei zurück, die ein schiefes Bild der Lage vermittele. Die Regierung sei um eine Beilegung des Konflikts bemüht und habe schon 17.000 Kinder aus den Händen der Rebellen gerettet. (APA/AP)

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