Salzburger Bauern protestieren gegen Billig-Rind-Importe

30. März 2006, 10:31
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Fleisch-"Einbürgerung" durch Schlachtung

Wien - Nicht überall, wo Österreich drauf steht, ist auch österreichische Qualität drinnen. Beispielsweise sei bei Rindfleisch so manches Stück mit der Aufschrift AT für Österreich erst im Schlachthof "eingebürgert" worden, berichtete die "ZiB 2" Mittwoch Abend.

Dem Bericht zufolge erlauben dies die EU-Vorschriften. Was in Österreich geschlachtet wurde, gilt als österreichische Qualität, auch wenn das Rind aus einem anderen Land eingeführt wurde. In Salzburg laufen die Bauern nun gegen polnische Billig-Importe Sturm. In nur einem Jahr haben Österreichs Schlachthöfe die Zahl der Einfuhren von Rindern aus den neuen EU Ländern vervierfacht.

Der Anteil von Rindern aus Osteuropa an den Gesamtschlachtungen liegt laut Rinderbörse Österreich bei 6 Prozent.

Im Jahr 2005 haben Österreichs Schlachthöfe knapp 35.000 Rinder aus Osteuropa importiert - vier Mal so viele als im Jahr zuvor. Denn ohne Importe - sagen die Schlachthausbetreiber - wären sie nicht ausgelastet und müssten zusperren.

Die Billig-Importe aus den neuen EU Ländern bringen die Bauern unter Druck und es treffe auch die Konsumenten, so der "ZiB-2"-Bericht.

Leo Steinbicher von der IG Milch warnte: "Es besteht der dringende Verdacht, dass vor allem Edelteile in Großküchen und Gastronomie landen, und der Konsument nicht weiß was er bekommt"

Der Betreiber des Schlachthofes Salzburg Bergheim, der bäuerliche Genossenschaftsverband Raiffeisen, beschwichtigt. Der Großteil der Import-Rinder aus Osteuropa gehe als verarbeitetes Fleisch wieder in die jeweiligen Länder zurück. Maximal 10 Prozent davon blieben in Österreich. (APA)

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