"Lügen" einer Olympiagegnerin

29. März 2006, 19:32
posten

Salzburger Sportmanager dementiert Unterstützung für Russland

Salzburg - Der erbitterte Streit zwischen den Olympiawerbern und den Kritikern des dritten Anlaufs der Stadt Salzburg für Winterspiele ist um eine Facette reicher. "Salzburger Sportmesse-Chef arbeitet für Russisches Olympisches Komitee Sotschi 2014", titelt die parteifreie Gemeinderätin Elisabeth Promegger in einer Aussendung. Sotschi gilt neben der südkoreanischen Bewerbung als aussichtsreichster Konkurrent Salzburgs im Rennen um die Spiele 2014. Promegger ist eine der profiliertesten Kritikerinnen der Kandidatur. Sie hat 2005 jene Bürgerbefragung erzwungen, die ein negatives Votum der Stadt-Bürger gebracht hatte.

Promegger begründet ihren Angriff auf den Geschäftsführer der Agentur "Sportiv Marketing und Sponsoring GmbH" Toni Pichler mit einem Eintrag auf dessen Homepage. Tatsächlich war dort - zumindest noch bis Mittwoch - unter der Rubrik "internationale Kooperationen" als Partner das Russische Olympische Komitee zu finden. Gleichzeitig sei die Firma des ehemaligen Managers der Salzburger Austria auch Veranstalter der Kongressmesse "Sport-Business-Austria" Ende April in Salzburg, kritisiert Promegger. Salzburgs Olympischen Ambitionen bilden dabei einen der Schwerpunkte. Zu den Referenten gehören Vertreter der Bundesregierung ebenso wie der Landesregierung und des Salzburger Olympiabüros. Wie könne Pichler "die Salzburger Olympiabewerbung hochjubeln" und "gleichzeitig für den russischen Gegner Sotschi" arbeiten, fragt Promegger.

Vom STANDARD mit den Attacken konfrontiert, reagiert Pichler scharf: "Blödsinn. Promegger soll keine Lügen verbreiten." Er habe nie für Sotschi gearbeitet und werde nie für Sotschi arbeiten. Dass er das Russische Olympische Komitee auf der Homepage seiner Agentur erwähne, sei nur eine "missverständlich Formulierung." Er habe nur Projekte zwischen einem russischen Skigebiet und der Salzburg Land Tourismusgesellschaft koordiniert - da gebe es personelle Verflechtungen zur Bewerbung der Russen.

Dass auf der Kongressmesse auch der wegen Dopings verurteilte Ex-DDR Sportmediziner Bernd Pansold auftrete, darin sieht Pichler auch "nicht so ein Problem." Pansold arbeite für das Red Bull Leistungsdiagnostik- und Trainingszentrum, er sei in dieser Funktion eingeladen. Eine schlechte Optik nach den Vorfällen von Turin befürchtet er nicht: Neben Olympia würden auf der Tagung ja auch andere Themen wie etwa Rad- und Fußball-WM besprochen. (DER STANDARD, Printausgabe, Donnerstag, 30. März 2006, Thomas Neuhold)

Share if you care.