"Gebremste" SPÖ sucht die Offensive

31. März 2006, 11:54
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Erich Haider kritisiert Managementfehler

Linz/Wien - "Kurzfristig sind wir gebremst", sagt der oberösterreichische Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider und meint damit seine Partei, die SPÖ. Natürlich werde er von den Funktionären angesprochen, "die wollen Aufklärung. Das will ich auch."

Was in der Bawag passiert ist, das sei ein "Fehlverhalten" gewesen. "Wir sind gegen solche Geschäfte", sagt Haider, "wir wollen keine Finanzspekulationen, wir wollen nicht, dass Firmen gekauft und verkauft werden, dass auf dem Rücken der Beschäftigten Gewinne gemacht werden." Das Bawag-Management habe gegen diese Linie verstoßen und schwere Fehler gemacht.

Bawag behalten

Anders als der Industrielle Hannes Androsch, der im STANDARD-Interview gefordert hat, der ÖGB soll sich von der Bawag trennen, tritt Erich Haider gegen Verkauf ein: "Eine Bank der kleinen Leute und Sparer ist unbedingt notwendig, wir müssen nur sicherstellen, dass solche Spekulationsgeschäfte nicht mehr passen." Dass es auch anders gehe, habe die Bawag in den letzten Jahren bewiesen.

Der oberösterreichische SP-Chef geht im STANDARD-Gespräch gleich in die Offensive: "Die Bawag hat keine Arbeitsplätze gekostet, Wolfgang Schüssel sehr wohl." Die ÖVP stehe für die höchste Arbeitslosigkeit, die höchste Jugendarbeitslosigkeit, für steigende Armut und für massiven Sozialabbau. Haider: "Wir haben eine andere Vorstellung von Wirtschaftskompetenz."

Wenn die Bawag-Affäre einmal aufgeklärt ist, hofft Haider, dann werde dieses Thema die SPÖ auch nicht mehr belasten. Haider: "Wichtig ist, dass sich Partei und Gewerkschaft nicht auseinander dividieren lassen." (red/DER STANDARD, Printausgabe, 30.3.2006)

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