Jahressendeschema für TW1 im ORF-Stiftungsrat

29. März 2006, 18:12
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SP-nahe Stiftungsräte wollen Politwerbung im Spartenkanal verhindern

Der ORF-Stiftungsrat hat in seiner Sitzung am Mittwoch das Jahressendeschema für den Sportkanal auf TW1, der am 1. Mai starten soll, debattiert. Geplant sind auf dem Spartenkanal 2.580 Programmstunden Sport mit Schwerpunkt Randsportarten, formelle Beschlüsse sind für den Nachmittag vorgesehen. Ein weiteres Thema bei der "konfliktfreien Sitzung" (so ein Mitglied des Gremiums) war das Ansinnen der SP-nahen Stiftungsräte, Politwerbung auf TW1 zu unterbinden.

Auf der Tagesordnung standen auch die kürzlich präsentierte ORF-Bilanz für 2005, die aber erst bei der nächsten Sitzung am 14. Juni abgesegnet werden soll, sowie die bevorstehende Fernseh-Digitalisierung.

Ergebnissteigerung

Der ORF konnte 2005 sein Ergebnis wie berichtet von 1,2 Mio. 2004 auf 51,7 Mio. Euro steigern. Der Umsatz stieg von 876,5 auf 882,7 Mio. Euro. Der Anteil der Einnahmen aus Rundfunkgebühren stieg ohne Anhebung der Programmentgelte von 444,5 auf 450,8 Mio. Euro. Auch bei der Anzahl der Fernseh- und Radioteilnehmer erzielte der ORF zum Jahresende mit 3,25 Millionen einen neuen Höchststand. Für Zentralbetriebsratsobmann (ZBO) Heinz Fiedler ein respektables Ergebnis zu dem er der "gesamten Geschäftsführung Respekt und Anerkennung" zollte, wie er am Rande der Sitzung sagte. Ausschlaggebend für das deutlich positive Ergebnis war der Einstieg der Raiffeisen-Medienbeteiligungsgesellschaft Medicur bei der ORF-Sendetechnik-Tochter ORS.

Zwischen 20.15 und 22.45 Uhr "optional"

Das Programmschema für den Spartenkanal auf TW1 sieht täglich Sportsendungen zwischen 20.15 und 22.45 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr und zusätzlich "optional", also je nach Nachrichtenlage, montags bis freitags von 14.00 bis 18.00 Uhr vor. Zwischen 2.00 früh und 4.30 Uhr sind Wiederholungen des Hauptabendprogramms geplant. Die technische Reichweite von TW1 beträgt derzeit rund 50 Prozent der österreichischen Haushalte. Nach der Erweiterung des digitalen Satellitenempfangs rechnet man im ORF in den nächsten Jahren mit etwa 90 Prozent.

Die SP-nahen Stiftungsräte sahen vor allem bei den Werberichtlinien für TW 1 noch Klärungsbedarf. Konkret wollen sie Politwerbung auf TW1 verhindern. Dem von der SP entsandten Stiftungsrat Karl Krammer ist in dieser Sache die im Publikumsrat angesprochene freiwillige Selbstbindung "zu wenig", wie er am Rande der Sitzung sagte. (APA)

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