Porträt: Metaller-Sekretär wird Finanzchef

29. März 2006, 18:33
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Erich Foglar - "Kronprinz" von Metaller-Chef Nürnberger - Gelernter Werkzeugmacher gilt als Finanz- und Organisationstalent

Wien - Der neue Finanzchef des ÖGB heißt Erich Foglar. Der 50-jährige Wiener war bisher Zentralsekretär der Metaller-Gewerkschaft und gilt als Schützling von FSG-Chef Rudolf Nürnberger. Seinen Vorgänger als Finanzreferent, Günter Weninger, kennt Foglar durch eine jahrelange Zusammenarbeit - im Aufsichtsrat der Gewerkschaftsbank BAWAG.

Im BAWAG-Aufsichtsrat sitzt der als ehrgeizig beschriebene Gewerkschafter seit 1996. Die umstrittenen und letztlich verlustreichen Karibik-Geschäfte der Gewerkschaftsbank sind also unter seiner Aufsichtsratstätigkeit erfolgt. Er beteuert, von den Verlusten wie die Öffentlichkeit erst vor einer Woche erfahren zu haben.

"Finanz- und Organisationstalent"

Folgar gilt als "Finanz- und Organisationstalent" und wird seit Jahren als "Kronprinz" des mächtigen Metaller-Chefs Nürnberger gehandelt. In der Metallergewerkschaft war er u.a. für die Finanzen, das Personal und das Mitgliederservice zuständig. Folgar wird als typischer Metaller beschrieben - zielstrebig, diszipliniert, verschlossen und hart in der Sache. Beim Platzen des Fusionsprojekts mit der Privatangestellten-Gewerkschaft soll er eine führende Rolle gespielt haben. An die Öffentlichkeit trat er dabei nie.

Gelernter Werkzeugmacher

Seit 1971 ist der gelernte Werkzeugmacher Mitglied der Metaller-Gewerkschaft. Bei der Firma Philips absolvierte er die Lehre, arbeitete anschließend dort als Facharbeiter. 1979 wurde er Betriebsrat, 1982 in dieser Funktion freigestellt. Nebenbei besuchte er die Gewerkschaftsschule und die Sozialakademie. 1987 wechselte er dann in die Metaller-Gewerkschaft, zunächst als Sekretär, dann als Zentralsekretär-Stellvertreter und seit 1992 als Zentralsekretär.

Nürnberger-Vertrauter

Foglar, verheiratet und Vater von zwei Töchtern, genießt das volle Vertrauen seines Chefs Nürnberger. Dies war für höhere Weihen in der Gewerkschaft lange Zeit aber eher ein Handicap, da der neue Finanzreferent bei den Metallern als unabkömmlich galt. Durch den gleichzeitigen Abtritt von ÖGB-Chef Verzetnitsch und Weninger war seine Stunde aber gekommen, mussten sich die Metaller doch beeilen, einen der wichtigen Posten zu erhalten, tritt doch Metaller-Chef Rudolf Nürnberger aller Voraussicht nach 2007 als Vorsitzender der Sozialdemokratischen Gewerkschafter ab. (APA)

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    Erich Foglar: Vom Werkzeugmacher zum ÖGB-Finanzchef.

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