Huflattich vertreibt den Husten

16. Mai 2006, 13:32
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Die Pferdehändler gaben dem Huflattich wegen seiner pferdehufähn­lichen Blätter seinen Namen - Sie fütterten die Pferde damit, um ihnen ein "feuriges" Aussehen zu verleihen

Seit mehr als 2500 Jahren ist die heilsame Wirkung des Huflattichs bekannten. Vor allem bei Atemwegserkrankungen werden Huflattich-Präparate eingenommen. Die Blüten und vor allem die Blätter enthalten mehrere wirksame Substanzen, die den Hustenreiz dämpfen.

Der Huflattich liebt kalkhaltigen, feuchten und lehmigen Boden. Er siedelt gerne an Bachufern, oft sieht man Huflattich auch auf Erdhaufen von Baustellen wachsen. Die Pflanze ist in Mitteleuropa weit verbreitet, in den Alpen wächst der Huflattich bis zu einer Höhe von 2200 m.

Die gelben Korbblüten erscheinen übrigens schon vor den Blättern Ende Februar. Die dunkelgrünen auf der Unterseite stark behaarten Blätter sammelt man am besten von Mai bis Juni.

Wirkung

reizlindernd bei Atemwegsbeschwerden

Indikationen

Entzündungen im Mund und Rachenraum, Reizhusten
Wissenschaftlich belegt: akute Katarrhe der Luftwege mit Husten und Heiserkeit; akute, leichte Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut.

Inhaltsstoffe

Alkaloide, Gerbstoffe und zu sechs bis zehn Prozent saure Schleim - Polysaccharide

Verwendeter Pflanzenteil

Blätter (Folium Tussilaginis, Farfarae folium)

Therapeutisch relevante Wirkungen

Reizlindernde Wirkung: Durch die einhüllende Wirkung des Schleims werden entzündete Schleimhäute insbesondere im Bereich des Hypopharynx und der Epiglottis vor lokalen Reizungen geschützt, wodurch der Hustenreiz peripher unterdrückt werden kann.

Unerwünschte Wirkungen

Hepatotoxische und karzinogene Wirkungen: Die Pyrrolizidin-Alkaloide Senkrikin und Senecionin verursachten im Tierversuch in sehr hoher Dosierung Leberschäden und Leberkrebs. Deshalb ist in Österreich die Abgabe von Huflattichblättern als Arzneimittel verboten. In der BRD darf die Tagesdosis von Huflattichblättern nicht mehr als 10 µg, die Tagesdosis von Extrakten und Preßsäften nicht mehr als 1 µg Pyrrolizidin-Alkaloide vom Typ des Senecionins enthalten.

Empfohlene Dosierung

Mittlere Tagesdosis sind cirka 5,5 g. Abgabe in Österreich verboten! Dosierung BRD: siehe "Unerwünschte Wirkungen".

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Phytokodex

von Univ.-Prof. Dr. Reinhard Länger, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kubelka

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