ÖGB-Vorstand mit Neustart nach Ära Verzetnitsch

29. März 2006, 08:59
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Erklärung zur Bawag und Weninger-Nachfolge erwartet

Wien - Der ÖGB tagt am Mittwoch nach 19 Jahren Präsident Fritz Verzetnitsch unter einem neuen Vorsitzenden. Interimschef Rudolf Hundstorfer wird die Delegierten über die jüngsten Entwicklungen im Gewerkschaftsbund nach dem Bawag-Skandal informieren. Ein umfassendes Personalpaket für die geplante Runderneuerung des Präsidiums dürfte es aller Voraussicht nach noch nicht geben.

Es könnte aber bereits die Nachfolge für den zurückgetretenen Finanzchef Günter Weninger geregelt werden. Nach Angaben des "Standard" könnte die Funktion in einen politischen und einen prokuristischen Nachfolger geteilt werden. Zu letzterem soll der 42-jährige Ex-Banker Clemens Schneider bestellt werden, der derzeitige Generalbevollmächtigte der Solidarität Privatstiftung des ÖGB. In dieser Stiftung liegt auch der Streikfonds der Gewerkschaft. Möglicherweise wird vom Vorstand auch das genaue Datum des für Ende Juni angekündigten Gewerkschaftstages festgelegt, bei dem dann der endgültige Nachfolger von Verzetnitsch gekürt werden soll.

Eine Erklärung Hundstorfers nach der Sitzung wird zur Bawag erwartet. Die Haftung des ÖGB für das im Jahr 2000 schwer angeschlagene Bankinstitut hatte ja zum Rückzug Verzetnitschs geführt. Spannend ist vor allem, ob sich der ÖGB schon jetzt dazu durchringen kann, einen Teil der Bank abzustoßen. Entsprechende Pläne waren bisher nie mit einem konkreten Zeitrahmen versehen worden. (APA)

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