Annan: Taylors Abtauchen wäre "äußerst Besorgnis erregend"

29. März 2006, 11:30
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UNO-Generalsekretär will mit nigerianischer Regierung reden

New York - UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat beunruhigt auf das Verschwinden des früheren liberianischen Präsidenten, Charles Taylor, in Nigeria reagiert. Er versuche, mehr Informationen über das mutmaßliche Untertauchen Taylors zu erhalten, sagte Annan am Dienstag am Sitz der Vereinten Nationen in New York.

"Es wäre äußerst Besorgnis erregend, wenn er tatsächlich abgetaucht wäre." Er wolle mit der nigerianischen Regierung über die Angelegenheit reden, kündigte Annan an. Nigerias Präsident Olusegun Obasanjo, der dem früheren Staatschef von Liberia im Sommer 2003 Asyl angeboten hatte, hatte zuvor Ermittlungen angeordnet.

Taylor war am Montagabend unter ungeklärten Umständen aus seiner Villa im Südosten von Nigeria verschwunden, nachdem es Anzeichen für seine baldige Auslieferung an ein UNO-Tribunal gegeben hatte. Gegen den früheren Präsidenten des westafrikanischen Landes liegt eine umfassende Anklageschrift vor; er soll sich für eine Schreckensherrschaft verantworten, in der Plünderungen, Vergewaltigungen, Folter und Morde an der Tagesordnung waren. (APA)

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