"Haltloses Gerede"

28. März 2006, 19:53
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China verurteilt Berlusconis Äußerungen über Abkochen von Babys

Peking - China hat Bemerkungen von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi verurteilt, wonach die Chinesen zu Zeiten Mao Tse-Tungs Babys gekocht hätten, um damit ihre Felder zu düngen. Berlusconis Äußerungen seien haltloses Gerede, erklärte das Außenministerium am Dienstag. Der italienische Regierungschef solle vielmehr mit Worten und Taten zur Stabilität und zur Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen China und Italien beitragen.

Berlusconi hatte am Sonntag auf einer Kundgebung gesagt, Kommunisten hätten eine Vorgeschichte mit abgekochten Babys. Er verwies auf das Schwarzbuch des Kommunismus. In diesem sei zu lesen, dass in China unter der Führung Mao Tse-tung keine Kinder gegessen, aber gekocht wurden, um mit ihnen die Felder zu düngen. Berlusconi wird vorgeworfen, von der Idee einer "kommunistischen Bedrohung" in Italien besessen zu sein.

"Ich bin der Jesus Christus der Politik"

Der italienische Ministerpräsident und Medientycoon ist auch dafür bekannt, sich mit großen historischen Persönlichkeiten zu vergleichen, etwa mit Jesus Christus ("Ich bin der Jesus Christus der Politik. Ich bin ein geduldiges Opfer, ich ertrage jeden, ich opfere mich für jeden.") oder Napoleon Bonaparte ("Nur Napoleon hat mehr getan als ich, aber ich bin auf jeden Fall größer als er."). Im Zusammenhang mit seiner "China-Attacke" verglich sich der ehrgeizige Ministerpräsident und Medienzar nun mit dem britischen Premier Winston Churchill, der am 13. Mai 1940 seine Landsleute um Opfer ("Blood, Toil, Tears and Sweat") bat, um die Invasion der Nazis abzuwehren. Berlusconi am Sonntag zu Journalisten: Oppositionschef Romano Prodi "ist immer automatisch nominiert worden, während ich immer mit Tränen, Blut und Schweiß für alles bezahlen musste, was ich unternommen habe".

Die Wahlen finden am 9. und 10. April statt. Zur Zeit liegt Berlusconi mit seiner Mitte-Rechts-Regierung deutlich hinter dem Mitte-Links-Bündnis von Romano Prodi. Politische Beobachter werten seine verbalen "Ausrutscher" als Zeichen großer Nervosität. (APA)

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