Medizin-Uni Graz setzt auf Wissenstest

25. Juli 2006, 14:29
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Themen sind Chemie, Physik, Biologie und Mathematik - Persönliche Voranmeldung am 7. Juli parallel zu EMS in Wien und Innsbruck

Die Medizinische Universität Graz (MUG) setzt bei ihrem Zulassungsverfahren für das Wintersemester 2006/07 anders als die Medizin-Unis in Wien und Innsbruck nicht auf den aus der Schweiz importierten Eignungstest für das Medizinstudium (EMS), sondern auf einen Wissenstest vor allem über die Grundlagenfächer Chemie, Physik, Biologie und Mathematik auf Reifeprüfungsniveau.

Doppelanmeldungen verhindern

Für diesen Test muss man sich am 7. Juli in Graz persönlich anmelden - am gleichen Tag findet in Wien und Innsbruck der EMS statt. Damit sollen Doppelanmeldungen für beide Zulassungssysteme verhindert werden.

Interessenten für ein Medizin-Studium in Graz müssen sich zunächst zwischen 10. April und 12. Mai im Internet vorerfassen lassen. Am 7. Juli heißt es dann persönlich an der MUG vorzusprechen - wer in Wien und Innsbruck den EMS absolviert, fällt also praktisch aus.

Insgesamt 136 Studierende

Der eigentliche Test findet dann am 1. September statt, eine Themenübersicht für die Vorbereitung gibt es ab 7. Juli über den Virtuellen Medizinischen Campus Graz. Wer den Test nicht schafft, kann also noch ein anderes Studium inskribieren und termingerecht Anfang Oktober beginnen.

Zugelassen werden für das Studium Humanmedizin in Graz insgesamt 144 Studenten, für Zahnmedizin 16. Nach der neuen Quotenregelung sind 75 Prozent der Plätze für Studienwerber mit österreichischem Maturazeugnis reserviert, 20 Prozent für Bürger anderer EU-Länder und fünf Prozent für Nicht-EU-Bürger.

Begründete ABweichung

Die Medizin-Universität Graz (MUG) hat nach eigenen Angaben mehrere Gründe, nicht wie die Medizin-Unis in Wien und Innsbruck den Schweizer Eignungstest für das Medizin-Studium (EMS) beim Aufnahmeverfahren für das Wintersemester 2006/07 einzusetzen. "Wir wollen das Verfahren selbst in der Hand haben", begründete Vizerektor Gilbert Reibnegger gegenüber der APA. Beim EMS würden die Schweizer die "Datenhoheit" haben. Die Tests in Wien und Innsbruck würden daher in der Schweiz ausgewertet.

Andererseits habe man mit dem im Jänner in Graz erstmals angewendeten Verfahren positive Erfahrungen gemacht, so Reibnegger. Wichtig sei für die MUG auch gewesen, einen Wissensteil bei dem Test dabei zu haben. "Wir leiden zum Teil auch darunter, dass die Leute in bestimmten Fächern wie Biologie, Chemie und Physik sehr unterschiedliche Voraussetzungen haben", meinte der Vizerektor.

Vergeudete Semester

So würden die ersten Semester quasi "vergeudet", um alle Studenten auf das gleiche Niveau zu bringen. In der Mathematik werde es beim Test etwa darum gehen, dass die Kandidaten Prozent- und Schlussrechnen können, sich bei den Logarithmen auskennen und in Physik und Chemie etwa über den Aufbau der Atome Bescheid wissen.

Mit dem Festlegen des Termins für die persönliche Anmeldung am gleichen Tag wie der EMS in Wien und Innsbruck wolle man verhindern, dass "die Leute zu uns schwappen", bestätigte Reibnegger. Dies sei auch mit dem Bildungsministerium akkordiert.

(APA)

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