Blutdruck senken mit Genuss

29. Jänner 2007, 14:52
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Die Diagnose Bluthochdruck muss nicht das Ende eines unbeschwerten Alltags sein, sondern kann zur genussvollen Entschleunigung führen

Roter Kopf und voller Bauch, abgehetzt und ständig unter Stress. Ein Leben ohne Ruhe und Genuss kann den Blutdruck in die Höhe treiben. Bei leichter und mittelschwerer Hypertonie helfen außer Medikamente viele Nahrungsmittel und das entsprechende Entspannungstraining um wieder "runter zu kommen".

Die asiatische Methode

Herz – Kreislauferkrankungen zählen zu den typisch westlichen Zivilisationskrankheiten. Bluthochdruck gehört mit Übergewicht zu den größten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall. Während hierzulande rund 450.000 Menschen an Bluthochdruck leiden, war in asiatischen Ländern diese Erkrankung nahezu unbekannt. Erst mit der Öffnung zum Westen und der Änderung des Lebensstils stiegen auch in der Bevölkerung im fernen Osten das Risiko für Diabetes, Krebs und Bluthochdruck. Dieser Krankheitswandel in Asien, der sogenannte "Cola-Effekt" hat bei uns den Trend zum Fernöstlichen auch in der Ernährung gefördert. Für derStandard.at/Gesundheit zeigt die Buchautorin und Ernährungsberaterin Claudia Nichterl mit welchen Rezepten die Traditionelle Chinesische Medizin den "Hochdruck" besänftigt.

Die thermisch kühlen Nahrungsmittel in der TCM (Traditionellen Chinesischen Medizin)

Da die chinesische Medizin Nahrungsmittel thermisch einteilt, ist der Zugang etwas anders, als unser westlich geprägter. Bei Bluthochdruck, der häufig durch eine sogenannte "Fülle Hitze" Situation im Körper entsteht werden vor allem kühlende und erfrischende Nahrungsmittel bevorzugt. Zusätzlich soll die gestaute Energie, das "Qi" wieder in Schwung gebracht werden. "Vor allem Menschen, die viel in Anspannung leben und wenig Zeit zur Entspannung finden neigen zu Bluthochdruck", sagt die Ernährungsexpertin. Bei ihren Ernährungsberatungen beobachtet Sie nicht nur eine jahrelange schlechte Ernährung mit viel Alkohol oder Fett als Ursache, sondern auch psychische Belastungen, die Druck erzeugen. "Wird die Energie gestaut, reagiert unser Körper wie ein Motor ohne Öl: Er läuft heiß." Sodbrennen, Schlafstörungen und Herzrhythmusstörungen kennt sie als unliebsame Begleiterscheinungen. Was wir dann brauchen ist die richtige Kühlflüssigkeit.

Fisch, Gemüse, Kresse und Radieschen

Prinzipiell können Obst, Gemüse, Joghurt und Fisch als kühlende Nahrungsmittel gesehen werden. Genauso wie Getreide (außer Hafer) und Hülsenfrüchte. Bitterstoffe die in Salaten wie Radicchio oder Endivie enthalten sind wirken ebenfalls kühlend. Leichte Schärfe, wie wir sie von Kresse, Radieschen oder Rettich kennen bringt gestaute Körperenergien wieder in Bewegung. Wirklich scharfe Nahrung wie Coconut Curry oder feurige Chili Speisen sollen vermieden werden. Alles was zum Schwitzen führt ist zu heiß und lässt den Blutdruck weiter steigen. Das thermisch warme Temperaturverhalten von Fleisch, Alkohol und Geräuchertem wirkt ebenfalls kontraproduktiv.

Grüner Tee

Dass Teetrinken das Infarktrisiko senkt wurde oft belegt. Eine Studie der Harvard Medical School in Boston, die an 340 Herzpatienten durchgeführt wurde zeigte, dass das Risiko bei den Teetrinkern um 46 Prozent niedriger lag als bei den Nichtteetrinkern. Während westliche Forscher vor allem die sekundären Pflanzenstoffe, die Polyphenole für die heilende Wirkung des Tees verantwortlich machen ist für die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) Experten klar: Grüner Tee wirkt kühlend und hilft den Blutdruck zu senken. Obwohl auch der Tee Koffein enthält. Kaffee hingegen sorgt für zusätzliche Erwärmung und kann den Blutdruck in die Höhe treiben.

Entspannung statt Speed

Häufig ist es aber die Lebenssituation, die unseren Blutdruck steigen lässt. Deshalb ist es wichtig innezuhalten. Emotionaler Druck, ständiger Terminstress, oder die Unfähigkeit sich entspannen zu können auch bei gesunder Ernährung zum Hochdruck führen. "Wichtig ist für diese Menschen Sport zu betreiben, Ruhephasen einzulegen und an den Ursachen therapeutisch zu arbeiten", meint Claudia Nichterl abschließend.

Blutdrucktabelle nach WHO Richtlinien

Optimal: Werte unter 120/80 mmHg

Normal: Werte zwischen 120/80 und 130/85 mmHg

Grenzwertig: Werte zwischen 130/85 und 140/90mmHg

Zu hoch: Werte über 140/90 mmHg
(nia)

Buchtipp
Essen zum Wohlfühlen
Rezepte der Fünf Elemente Küche von Claudia Nichterl
ISBN 3-7040-2011-7
  • Pilze mit GemüseViel frisches Gemüse und Fisch hilft
    uwe urbann, www.weberknecht.co.at

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