Haberzettl: Nachfolge "im Augenblick nicht relevant"

29. März 2006, 10:45
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Eisenbahner-Gewerkschaftschef verfolgt "amüsiert Spekulationen um Verzetnitsch-Nachfolge"

Wien - Der Chef der Eisenbahnergewerkschaft, Wilhelm Haberzettl, hält sich in der Nachfolgefrage für den zurückgetretenen ÖGB-Präsidenten Fritz Verzetnitsch bedeckt. Im Gespräch mit der APA meinte Haberzettl auf die Frage, ob er neuer ÖGB-Präsident werden woll: "Diese Frage erhebt sich für mich nicht. Die Frage ist für mich im Augenblick nicht relevant. Ich verfolge amüsiert die Spekulationen in der Öffentlichkeit." Und hat er einen Wunschkandidaten? Haberzettl: "Auch an dieser Spekulation beteilige ich mich überhaupt nicht".

Ob die Frage der Relevanz des Themas sich bis zum Bundeskongress des ÖGB im Juni ändern könnte? Haberzettl: "Wissen Sie, was sich da alles ändern kann, zum Schluss lebe ich nicht mehr. Nein ernsthaft, ich möchte mich nicht an den Spekulationen beteiligen."

"Verdient sich Hochachtung"

Zum Rücktritt des ÖGB-Präsidenten sagte Haberzettl, Verzetnitsch "verdient sich Hochachtung". Der Schritt sei "deswegen richtig gewesen, weil einfach auf Grund des Wahljahres die politische Frage total verfahren ist. Da ist jetzt einige Luft herausgekommen". Also doch ein Schaden für die SPÖ? Haberzettl: "Seitens des ÖGB wurde immer klar dokumentiert, dass die SPÖ mit diesem Thema nichts zu tun hat. Die anderen wollen das herbeireden." Darauf angesprochen, dass die Öffentlichkeit dies ebenfalls anders sehe und ÖGB und SPÖ sehr wohl in der Bevölkerung nicht unbedingt getrennt gesehen werden, sagte der Eisenbahner-Gewerkschaftschef, es sei auf jeden Fall durch den Rücktritt von Verzetnitsch eine Besserung der Situation eingetreten. "Eines bleibt über, es gibt sehr viele aufklärungswürdige Geschehnisse. Der Rücktritt des Präsidenten bedeutet ja nicht, dass das Thema damit erledigt ist."

Rücktritt auch von Tumpel?

Ob das bedeutet, dass weitere Rücktritt folgen werden und ob auch AK-Präsident Herbert Tumpel einen solchen Schritt setzen müsste, sagt Haberzettl: "Ich warne davor, gleich zu verurteilen. Ich will im Augenblick da noch keine Aussage treffen. In der Zwischenzeit hat man ja auch festgestellt, dass der Kommunikationsfluss innerhalb der Bank (BAWAG, Anm.) nicht sehr ausgeprägt war".

Auf Schaden für den ÖGB und die Sozialpartnerschaft angesprochen meinte Haberzettl: "Ich glaube das eher nicht. Die wirkliche Stärke des ÖGB ist die Summe seiner Einzelgewerkschaften". (APA)

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