Nachfolge-Entscheidung "rasch beenden"

30. März 2006, 14:07
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Interimistischer ÖGB-Präsident Hundstorfer: Entscheidung in "absehbarster Zeit" - ÖGB- Bundeskongress Ende Juni

ien - Der interimistische ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer will die Personalia-Diskussionen im ÖGB rasch beenden. Die Entscheidung, wer dem zurückgetretenen ÖGB-Präsidenten Fritz Verzetnitsch nachfolgt, werde in "absehbarster Zeit" fallen, kündigte er Montag Abend in einer ORF-Diskussion am "Runden Tisch" an. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl plädierte für eine rasche Fortsetzung der Sacharbeit.

Der ÖGB als größte Arbeitnehmerorganisation Österreichs dürfe nicht durch Interna-Diskussionen zum Stillstand kommen, meinte Hundstorfer: "Diese Kraft haben wir, dass wir sehr rasch diese Diskussion intern führen können." Neuerlich gab er keine Antwort darauf, ob er beim außerordentlichen Bundeskongress Ende Juni für die reguläre Verzetnitsch-Nachfolge kandidieren wird.

Hundstorfer mit Außenseiterchancen

Lediglich Außenseiterchancen werden Beobachtern zufolge dem Interimspräsidenten Hundstorfer gegeben. Auch dem Chef der Privatangestellten-Gewerkschaft (GPA), Wolfgang Katzian, werden kaum Chancen eingeräumt - wird Katzian durch den Verzetnitsch-Rückzug aus dem Parlament sein Wunsch nach einem Nationalratsmandat erfüllt.

Weit höhere Chancen werden dem Chef der Eisenbahner-Gewerkschaft, Wilhelm Haberzettl, eingeräumt, ebenfalls im Rennen ist der Vorsitzende der Drucker-Gewekschaft, Franz Bittner, der durch die bereits beschlossene Fusion mit der GPA seinen Posten als Chef einer Einzelgewerkschaft verliert.

Metaller-Chef Nürnberger eher unwahrscheinlich

Praktisch ausgeschlossen ist, dass der mächtigste Gewerkschafter, Metaller-Chef Rudolf Nürnberger, den Posten übernimmt. Eher wird derzeit darüber spekuliert, dass Nürnberger nach der vollzogenen Fusion seiner Metaller mit der Gewerkschaft Agrar-Nahrung-Genuss früher als geplant sein Amt zurücklegt.

Als Konsequenz aus den BAWAG-Turbulenzen und dem Rücktritt von Verzetnitsch fordert indes der Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), Fritz Neugebauer, eine Neupositionierung des ÖGB.

Die Rolle der Einzelgewerkschaften sollte gestärkt, der ÖGB auf eine koordinierende Funktion reduziert werden. Außerdem sollte die Überparteilichkeit des ÖGB stärker gelebt werden und die Christgewerkschafter müssten in den Gremien mehr Berücksichtigung finden, so Neugebauer. (APA)

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    Tauziehen um das Präsidentenamt bis zum Bundeskongress Ende Juni.

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