Gute Chancen für Olmert

28. März 2006, 22:01
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Partei des amtierenden Ministerpräsidenten kommt laut Umfragen auf 34 der 120 Sitze in der Knesset

Jerusalem - Israel wählt am Dienstag ein neues Parlament. Als klare Favoritin tritt die Kadima-Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Ehud Olmert an, die nach letzten Umfragen auf mindestens 34 der 120 Sitze in der Knesset kommen könnte. Die Arbeitspartei unter Führung von Amir Peretz lag mit 17 bis 21 Mandaten an zweiter Stelle, gefolgt von der Likud-Partei Benjamin Netanyahus, die auf 13 bis 14 Sitze kommt.

Zu der Wahl sind mehr als fünf Millionen Stimmberechtigte aufgerufen. Mehr als 8.200 Wahllokale sind von 08.00 bis 22.00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit geöffnet.

Vorsprung geschrumpft

Der ursprünglich sehr deutliche Vorsprung von Kadima ist in den vergangenen Wochen immer weiter geschrumpft. Im Jänner war die Partei nach dem Schlaganfall des Ministerpräsidenten Ariel Sharon in den Umfragen auf 44 Mandate gekommen. Den jüngsten Umfragen zufolge ist der Block rechtsorientierter und religiöser Parteien stärker geworden und kann laut der Zeitung "Maariv" mit bis zu 59 Sitzen rechnen.

Der Sohn des 1995 ermordeten israelischen Ministerpräsidenten Izchak Rabin stellte sich unterdessen hinter die Kadima-Partei. Juval Rabin, ehemaliges Mitglied der Arbeitspartei, sagte der Zeitung "Yediot Achronot" vom Montag, Olmert sei "der richtige Mann für das Amt". Er würde Peretz gern in der Regierung sehen, sagte Rabin, aber nicht als Ministerpräsident.

Verhältniswahlrecht

Die Abstimmung erfolgt nach dem Verhältniswahlrecht. Die Sperrklausel für einen Einzug ins Parlament beträgt zwei Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei den letzten Wahlen im Jahre 2003 bei fast 70 Prozent.

Aus Furcht vor Anschlägen radikaler Palästinenser haben Armee und Polizei starke Kräfte an öffentlichen Plätzen und Einrichtungen in ganz Israel sowie an der Grenze zum Westjordanland zusammengezogen. (APA/dpa)

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