Moskau weist Vorwurf der Kooperation mit Saddam zurück

29. März 2006, 16:08
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Außenminister Lawrow vermutet hinter US-Bericht "politische Motivation"

Moskau - Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat mit Nachdruck den in einem Bericht des US-Verteidigungsministeriums enthaltenen Vorwurf zurückgewiesen, Moskau habe den irakischen Staatschef Saddam Hussein zu Beginn des Kriegs 2003 über US-Angriffspläne informiert. Die Veröffentlichung dieses Berichts müsse "politisch motiviert" sein, sagte Lawrow am Montag in Moskau. Über die "offiziellen Kanäle" sei Moskau nicht informiert worden, fügte der Minister hinzu. Vielmehr sei der Inhalt des Pentagon-Berichts über Medien an die Öffentlichtkeit gelangt. Russlands Geheimdienst hatte die Anschuldigungen bereits zuvor als "Hirngespinste" bezeichnet.

US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte am Sonntag gesagt, die USA nähmen die Hinweise "sehr ernst". Sie kündigte zugleich an, mit der russischen Regierung darüber sprechen zu wollen. In den vergangenen Wochen wurden erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Moskau und Washington zu verschiedenen geopolitischen Problemen deutlich, etwa zum weiteren Vorgehen im Streit um das iranische Atomprogramm, beim Umgang mit der neuen Palästinenserregierung und bei der Beurteilung der Präsidentschaftswahl in Belarus. (APA)

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