Juden und Moslems gemeinsam gegen Extremismus

31. März 2006, 16:26
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Zentralrats-Generalsekretär Stephan Kramer: Ursachen von Antisemitismus und Islamophobie sollen erforscht werden

Berlin - Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat sich für eine stärkere Zusammenarbeit von Juden und Moslems bei der Bekämpfung von Extremismus ausgesprochen. Generalsekretär Stephan Kramer sagte am Montag im Deutschlandradio Kultur, dabei sollten die Ursachen von Antisemitismus und Islamophobie erforscht werden. Dazu sei die Gründung eines Zentrums geplant, das auf europäischer Ebene bereits auf viel Unterstützung gestoßen sei.

Der Zentralrat arbeite schon seit längerem mit moslemischen Partnern zusammen, was jetzt noch intensiviert werden soll. Mit der bisherigen Form der Datensammlung über Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus sei man unzufrieden gewesen, betonte Kramer. Es gebe viele Organisationen, die Daten sammelten, doch gehe das Ergebnis "an dem vorbei, was in der Realität passiert". Die Ursachen von Antisemitismus und Islamophobie seien weitgehend die gleichen, meinte Kramer.

"Wir wollen seriöses und aktuelles Material haben." Auch die Ergebnisse des EU-Zentrums zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Wien deckten sich nicht immer mit den Erfahrungen aus dem täglichen Leben. Jüdische Organisationen in Europa würden künftig gemeinsam mit moslemischen Partnern Antisemitismus und Islamophobie bekämpfen. Die Einrichtung eines solchen Zentrums hatte zuvor der European Jewish Congress in Paris beschlossen. (APA/dpa)

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