Die Renaissance des Vierkanters

31. Jänner 2007, 14:05
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Im 15. Wiener Gemeindebezirk hat das Architektenteam der "Werkstatt Wien" einen Wohnbau im Stil eines Vierkanthofes entworfen

In der Reichsapfelgasse im 15. Wiener Gemeindebezirk hat das Architektenteam der "Werkstatt Wien" einen Wohnbau im Stil eines Vierkanthofes entworfen. Dieser - nahe Schönbrunn gelegene - "Vierkanter" soll laut Wohnbaustadtrat Werner Faymann (SPÖ), der die neuen Wohnungen am Montag an die Mieter übergab, als "Impulsgeber" dienen, um traditionelle Wiener Bauformen wieder zu beleben.

"Wien hat in der Entwicklung von verschiedenen Bautypen ein Jahrhunderte lange Tradition. Schon in der Renaissance entstanden die ersten arkadengeschmückten Wohnhöfe. Danach setzte sich dieser Bautypus über das Barock bis hin zu den großen klassizistischen Wohnhöfen, wie dem Heiligenkreuzerhof, dem Melkerhof und dem Schottenhof fort", erzählte Faymann. In den Vorstädten war im Barock das Seitenflügelhaus die häufigste Bauform, die sich im Biedermeier als so genanntes "Biedermeier- Stutzflügelhaus" mit drei bis vier Geschossen präsentierte. "Allen Typen zu Grunde gelegt war die Ausformung als Vierkanter, mit einem zentralen Innenhof. Eine Neuinterpretation dieser Bauform wurde in diesem Projekt verwirklicht."

Grünoase

Der in sich geschlossene Wohnkomplex verbirgt in seinem Inneren eine Grünoase, die als zentrale Kommunikationszone für die Bewohner ausgerichtet ist. Ausgestattet mit zwei öffentlichen begrünten Terrassen, einer künstlerisch gestalteten Stiegenhausfront sowie einem Spielplatz können die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Freizeit im eigenen Park genießen.

Insgesamt entstanden 41 Wohnungen, davon sind 28 geförderte Mietwohnungen (Bauträger: EBG) und 13 Eigentumswohnungen (Mischek). Ebenfalls in den Gebäudekomplex integriert ist eine Tiefgarage, in der sich die Bewohner Plätze anmieten können.

Niedrigenergiehaus-Standard

Das "Schwarze Brett" hat ausgedient und wird - wie etwa schon bei den neuen Wohnungen am Monte Laa durch ein Multimedia-Wohnportal ersetzt. Das Wohnprojekt erfüllt den Niedrigenergiehaus-Standard, die Wärmeversorgung erfolgt mittels einer zentralen Erdgasheizung, die von einer Solaranlage unterstützt wird.

Die Baukosten der gesamten Wohnhausanlage Reichsapfelgasse 6-8 belaufen sich auf 5,50 Millionen Euro. Die Stadt förderte den Bau aller 41 Wohnungen mit insgesamt zwei Millionen Euro. (red)

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    foto: rk/fürthner
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