Die Machtblöcke im ÖGB

4. Juli 2006, 15:52
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Mitgliederzahl in letzten 19 Jahren um fast ein Fünftel reduziert

Wien - Die Macht des ÖGB-Präsidenten im Gewerkschaftsbund ist eingeschränkt. Denn ohne den stärksten Gewerkschaftsblöcken, Metaller und GPA, geht im ÖGB nichts. Diese beiden Blöcke haben zusammen 203.225 (Metaller) bzw. 276.313 (GPA) der insgesamt rund 1,36 Millionen ÖGB-Mitglieder. Mit den geplanten oder bereits vollzogenen Fusionen (Metaller und Agrar sowie Privatangestellte und Drucker) haben diese beiden Gewerkschaften über eine halbe Million Mitglieder.

GPA

Die GPA hat nach ihrer Fusion mit den Druckern heuer 293.633 Arbeitnehmer zu vertreten und baute damit ihre Position als größte Einzelgewerkschaft weiter aus. Die Metaller vollziehen derzeit einen Zusammenschluss mit Agrar-Nahrung-Genuss und kommt damit auf 239.233 Mitglieder. Darüber hinaus haben sich die Gewerkschaft Bau-Holz (146.316) und jene der Chemiearbeiter (31.910) jeweils zu einer engeren Kooperation mit den Metallern entschlossen. Mit diesen Zusammenschlüssen bauen die beiden Großblöcke im rotdominierten ÖGB ihre Machtposition immer weiter aus, nachdem eine Fusion der beiden 2004 geplatzt war.

GÖD

Der drittgrößte Block ist jener des Öffentliche Dienstes mit 229.502 Mitgliedern, diese Gewerkschaft wird als einzige von den Christgewerkschaftern dominiert. Im Transportbereich planen die Eisenbahner unter Wilhelm Haberzettl mit der Gewerkschaft Handel, Transport und Verkehr und der Tourismus-Gewerkschaft ab 2007 in einer gemeinsamen Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft mit 171.613 Mitgliedern zusammen zu arbeiten.

Insgesamt zählte der ÖGB, der seit Jahren mit einem Mitgliederschwund kämpft, Ende 2004 1,357.933 Arbeitnehmer. Seit dem Amtsantritt des heute zurückgetretenen Verzetnitsch im Jahr 1987 (1,671.217) bedeutet das ein Minus von 313.284. In den letzten 19 Jahren hat sich der Gewerkschaftsbund damit um ein fast Fünftel reduziert.

Präsidium wird sich ändern

Mit dem Führungswechsel wird sich auch das ÖGB-Präsidium ändern, indem heute die Entscheidung über den Rücktritt Verzetnitsch sowie seines Finanzchefs Günther Weninger gefallen ist. Das Gremium setzt sich aus dem Präsidenten, sechs Vizepräsident und den Leitenden Sekretären zusammen. Damit saßen bisher auch Weninger und Verzetnitsch selbst sowie dessen intermistischer Nachfolger und Chef der Gemeindebediensteten Rudolf Hundstorfer darin.

Im Präsidium vertreten sind weiters ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits, Vizepräsident Johann Driemer, Metallerboss Rudolf Nürnberger, die Leitenden Sekretäre Roswitha Bachner und Richard Leutner und als einziger Christgewerkschafter Karl Klein. Mitglieder ohne Stimmrecht sind der Vorsitzende und Vorsitzende-Stellvertreter der Kontrollkommission. Das Präsidium kann weitere Personen zur Beratung beiziehen. (APA)

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