Vorarlberg: Acht Jahre Haft für sexuellen Missbrauch der Tochter

28. März 2006, 12:39
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42-jähriger Lkw-Fahrer verging sich laut Anklage an Zwölfjähriger - Urteil nicht rechtskräftig

Feldkirch - Zu einer achtjährigen Freiheitsstrafe wegen sexuellen Missbrauchs und Blutschande ist am Montag am Landesgericht Feldkirch ein 42-Jähriger verurteilt worden. Der Mann war angeklagt, seine damals zwölfjährige Tochter von Sommer 2004 bis April 2005 in seinem Lkw mitgenommen und immer wieder mit ihr den Beischlaf vollzogen zu haben. Bis zuletzt war der Beschuldigte nicht geständig. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Zunächst lebte das Kind in einem Flüchtlingslager in Bosnien, dann ließen sich die Eltern scheiden. Als das Mädchen sechs Jahre alt war, wurde das Sorgerecht dem Vater zugesprochen. Der Mann, der als Lkw-Fahrer seinen Unterhalt verdiente, nahm seine Tochter des Öfteren mit auf Tour. Auf Autobahnraststätten in ganz Europa soll es im Führerhaus des Fahrzeugs immer wieder zu sexuellen Übergriffen und mindestens 15 Mal zum Beischlaf gekommen sein.

"Apathisch und traurig"

Verteidiger Gerhard Frischmann hatte zur Überprüfung der Glaubwürdigkeit des Kindes ein psychologisches Gutachten einholen lassen. "Das Mädchen zeigte sich apathisch und traurig", so die Psychologin Monika Dänekas von der kinderpsychiatrischen Tagesklinik "Carina". Es sei ausgeschlossen, dass das Opfer diese Schilderungen erfunden habe, so die Expertin weiter. Von Rache sei keine Rede, im Gegenteil, das Mädchen wolle ihren Vater nicht ins Gefängnis bringen.

Richter Peter Mück verhängte über den Mann acht Jahre Haft: Erstens sei das Opfer glaubwürdig, zweitens habe der Angeklagte selbst anfangs die Vorfälle gestanden. Der Verteidiger meldete sofort Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. (APA)

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