Justiz urteilt inhaftierte Oppositionsanhänger ab

31. März 2006, 16:27
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Chaotische Zustände - Nach Schätzung rund 500 Menschen inhaftiert

Minsk - Nach der gewaltsamen Zerschlagung der Oppositionsproteste in Minsk hat die belarussische Justiz Strafverfahren gegen festgenommene Regimegegner eingeleitet. Alle Gerichte in der Hauptstadt seien am Montag mit Verhandlungen wegen der Teilnahme an den Protestkundgebungen gegen Präsident Alexander Lukaschenko befasst, teilte ein Sprecher der Opposition am Montag in Minsk mit. Es herrschten chaotische Zustände. Niemand wisse derzeit genau, wer vor welchem Gericht angeklagt sei.

Rund 500 Menschen in Haft

Nach Schätzungen sind seit der umstrittenen Wiederwahl Lukaschenkos vor einer Woche etwa 500 Menschen inhaftiert worden. Nach dem brutalen Polizeieinsatz am Samstag waren zahlreiche festgenommene Regimegegner in Haftanstalten außerhalb von Minsk gebracht worden, weil die Gefängnisse in der Hauptstadt bereits überfüllt waren. An den staatlichen Universitäten würden jene Studenten exmatrikuliert, die sich an Oppositionskundgebungen beteiligt hätten, hieß es in Minsk.

Oppositionsführer Alexander Milinkewitsch sagte in einer am Sonntagabend verbreiteten Erklärung, die Oppositionsanhänger seien aus erlogenen Gründen ins Gefängnis geworfen worden. "Die Staatsmacht, die mit tierischer Brutalität (...) friedliche Demonstranten auseinandergetrieben hat, hat ihr Ansehen und die Unterstützung in der Bevölkerung verloren", betonte Milinkewitsch. (APA)

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