Robbenjagd: Kanadas Behörden nahmen Tierschutzaktivisten fest

28. März 2006, 16:15
posten

Tierschützer sollen zu nahe an Jäger herangefahren sein

Ottawa - Die kanadischen Behörden haben vorübergehend mehrere Tierschutzaktivisten festgenommen, die die Tötung von Robbenbabys vor der Ostküste Kanadas verfolgt hatten. Die sechs Mitglieder des US-Tierschutzverbandes HSUS seien am Sonntag mit ihren Booten zu nahe an die Jäger herangefahren, teilten die Behörden mit. Auch ein freier Kameramann der Nachrichtenagentur Reuters wurde festgenommen.

Die Gruppe war nahe der Magdalen-Inseln unterwegs gewesen. Die Tierschützer verurteilen die am Wochenende eröffnete Jagd als brutal und fordern ein Ende der Tötungen. Trotz massiver Proteste hat die kanadische Regierung in diesem Jahr die Jagd auf 325.000 Jungtiere erlaubt. Die Robbenbabys werden vor allem wegen ihrer Felle getötet.

Näher als zehn Meter

Die Tierschützer hätten das Gesetz gebrochen, indem sie näher als zehn Meter an die Jäger herangefahren seien, teilten die Behörden mit. Sie wurden aber schnell wieder freigelassen. "Wir werden ermitteln, Aussagen einholen und dann entscheiden, ob wir Anklage erheben", sagte Roger Simon vom kanadischen Fischereiministerium. Die Tierschützer hatten zuvor darüber geklagt, dass eines ihrer Boote absichtlich von einem Schiff der Jäger gerammt worden sei. Die Jäger hätten die Aktivisten zudem mit blutigen Robbenkadavern beworfen, sagte HSUS-Vertreterin Rebecca Aldworth. Sie kündigte an, deswegen die Polizei einzuschalten.

Wegen des ungewöhnlich warmen Wetters und den entsprechend dünneren Eisschollen haben sich die Jäger in diesem Jahr entschieden, die Tiere einzeln zu erschießen anstatt sie wie üblich mit Keulen en masse zu erschlagen. (APA/Reuters)

Share if you care.