Vorarlberg: "Meinungsfreiheit" der Frauen beschnitten

28. März 2006, 12:10
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SPÖ-Landeschefin Sader respektiert aber die lokale Abtreibungspraxis, wonach Abbrüche nicht in Landeskrankenhäusern durchgeführt werden

Bregenz - Die Landesvorsitzende der SPÖ Vorarlberg Elke Sader hat im Samstagsinterview von Radio Vorarlberg die Entscheidung von FPÖ und ÖVP kritisiert, keine Sicherheitszone vor der Abtreibungspraxis in Bregenz zu errichten. "Die Frauen sind in einer Ausnahmesituation und dürfen nicht noch zusätzlich belästigt werden", so Sader. Generell sprach sich die SPÖ-Landeschefin für die Vorarlberg-Lösung in der Abtreibungsfrage aus.

Das Thema Abtreibung hat in der letzten Woche für heftige Diskussionen in Vorarlberg gesorgt: Unter anderem ist die SPÖ im Rechtsausschuss des Landtages für eine Sicherheitszone vor der Abtreibungspraxis in Bregenz eingetreten. Die ÖVP und FPÖ lehnten das Begehren mit der Begründung der Meinungsfreiheit ab.

Meinungsfreiheit der Frau

Für Sader wird aber genau hier die Meinungsfreiheit der Frau beschnitten. Die Freiheit des einen ende da, wo dadurch die Freiheit eines anderen Menschen beschnitten werde, betonte Sader.

Generell habe sie aber nichts an dieser "Vorarlberg-Lösung" auszusetzen. In Vorarlbergs Spitälern wird die straffreie Abtreibung (Abbruch innerhalb der ersten drei Monate einer Schwangerschaft) nicht durchgeführt. Abtreibungen im Rahmen der Fristenlösung werden nur von der Privatpraxis Hostenkamp in Bregenz durchgeführt. Es gebe ja nicht das Recht auf Abtreibung, sondern nur eine Ausnahmeregelung im Strafgesetzbuch. Infolgedessen habe jede/r ÄrztIn die Freiheit, eine Abtreibung durchzuführen oder nicht. Sie persönlich - Elke Sader ist von Beruf Frauenärztin - habe einen solchen Eingriff noch nie gemacht und werde das auch in Zukunft so handhaben. (APA)

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    Elke Sader will prinzipiell an der Vorarlberger Abtreibungspraxis festhalten.
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