Franzosen übernehmen BA-CA-Tochter Splitska Banka

27. März 2006, 12:01
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Zeitung: Die französische Großbank Societe Generale werde die Splitska um rund 950 Millionen Euro übernehmen

Split/Wien - Der Käufer für die HVB Splitska Banka - kroatische Tochter der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) - steht laut einem Bericht der in Split erscheinenden Tageszeitung "Slobodna Dalmacija" bereits fest: Die französische Großbank Societe Generale werde die Splitska um rund 950 Mio. Euro übernehmen, will die Zeitung aus inoffiziellen, aber zuverlässigen Quellen wissen. Seitens der BA-CA wollte man den Bericht am Montag auf Anfrage der APA zunächst weder bestätigen noch dementieren.

Die offizielle Bekanntgabe der Verkaufsentscheidung durch die UniCredit-Zentrale in Mailand werde für die nächsten Tage erwartet, heißt es. Der kolportierte Kaufpreis von 950 Mio. Euro überrascht - bisher war man von 700 bis 800 Mio. Euro ausgegangen. Der Buchwert der Splitska Banka beträgt 230 Mio. Euro.

Massives Lobbying

Die Entscheidung für die Franzosen sei nicht nur auf deren gutes Angebot, sondern auch auf massives Lobbying seitens der französischen Politik zurückzuführen, schreibt die Zeitung, sogar Staatspräsident Jacques Chirac habe beim kroatischen Präsidenten Stjepan Mesic und bei Premier Ivo Sanader interveniert. UniCredit-Chef Alessandro Profumo habe bereits früher wissen lassen, er werde einen Käufer auswählen, gegen den die Regierung in Zagreb keine Einwände habe.

Das dürfte auch der Grund sein, warum die belgische Großbank KBC offenbar nicht zum Zug kommt. Die Belgier sind mit 34 Prozent an der slowenischen Nova Ljubljanska banka (NLB) beteiligt, die sich seit Jahren weigert, Einlagen kroatischer Sparer noch aus der Zeit des früheren Jugoslawien auszuzahlen. Die KBC ist daher in Zagreb schlecht angeschrieben.

PKO zuletzt zuversichtlich

Zuletzt hatte sich auch die staatliche polnische Bank PKO sehr zuversicherlich gezeigt, den Zuschlag für die Splitska zu bekommen - möglicherweise im Abtausch für die Zustimmung der polnischen Führung zur umstrittenen Fusion der beiden polnischen UniCredit-Banken Peako und BPH. (APA)

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