Schweigender Protest für inhaftierte Regierungsgegner in Minsk

31. März 2006, 16:27
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Polizei griff nicht ein

Minsk - Nach dem jüngsten Einschreiten der Polizei gegen Regierungsgegner in Belarus (Weißrussland) haben am Sonntagabend rund 100 Menschen schweigend ihre Solidarität mit festgenommen Demonstranten bekundet. Die überwiegend jungen Leute zündeten an einem zentralen Monument in der Hauptstadt Minsk hunderte Kerzen für die Inhaftierten an. Die Polizei griff zunächst nicht ein.

Am Vortag hatte die belarussische Führung unter Präsident Alexander Lukaschenko dem Westen vorgeworfen, die Opposition aufzuhetzen und damit das Land destabilisieren zu wollen. "Für objektive Beobachter ist es ganz offensichtlich, dass die Situation in Belarus völlig ruhig ist", hatte das Außenministerium erklärt.

"Ruhe und Geduld bewiesen"

Die Polizei habe Ruhe und Geduld bewiesen und sei erst eingeschritten, als ein Teil der Demonstranten auf Drängen des Oppositionspolitikers Alexander Kosulin das Untersuchungsgefängnis habe stürmen wollen, in dem zuvor festgenommene Demonstranten sitzen. Kosulins Frau Irina sagte Reuters am Sonntag, die Polizei habe ihr bislang nicht sagen wollen, wo ihr Mann inhaftiert ist.

Die Demonstranten fordern eine Wiederholung der Präsidentenwahl vom 19. März. Lukaschenko, der Belarus seit zwölf Jahren im autoritären Stil regiert, war dabei mit großer Mehrheit im Amt bestätigt worden. Die USA, die EU und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) rügten die Wahl jedoch als unfair und unfrei. (APA/Reuters)

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