Blair hält britischen Abzug für möglich

29. März 2006, 16:08
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Globale Allianz zur Verteidigung von Gerechtigkeit und Freiheit gefordert - Rede vor dem australischen Parlament

Canberra - Großbritannien wird nach Ansicht von Premierminister Tony Blair die Zahl seiner Soldaten im Irak reduzieren können. Die irakische Regierung entwickle derzeit die Kapazitäten ihrer Sicherheitskräfte weiter, sagte Blair am Montag in Australien. Im gleichen Maße könne Großbritannien seine Truppen abziehen. Einen Zeitrahmen für den Abzug wollte er nicht nennen. In einer Rede vor dem australischen Parlament forderte Blair eine globale Allianz zur Verteidigung von Gerechtigkeit und Freiheit.

Die Bedrohung gehe vom islamische Extremismus aus, einer Ideologie, die Krieg führe gegen den westlichen Lebensstil, sagte Blair. "Wenn wir unsere Lebensart sichern wollen, müssen wir dafür kämpfen", erklärte der Premierminister. "Das bedeutet, dass wir für unsere Werte einstehen, nicht nur in unseren eigenen Ländern, sondern in der ganzen Welt." Bei dem Kampf gehe es um Gerechtigkeit und Fairness genauso wie um Sicherheit und Wohlstand.

Symbole

Blair verwies auf die Wahlen im Irak und in Afghanistan als Symbole für diese Werte. Er betonte, die US-Regierung sei von größter Bedeutung für den Sieg gegen den Terrorismus. Keines der drängenden Probleme könne ohne die Beteiligung Washingtons gelöst werden.

Am Rande des Besuchs in Australien erklärte Blair, die Bekanntgabe seines Verzichts auf eine weitere Amtszeit sei möglicherweise ein Fehler gewesen. Wenn man in der dritten Amtszeit bald das zehnte Jahr regiere, komme ständig die Frage, wann man abtreten werde, sagte Blair am Montag. Es sei ungewöhnlich gewesen, seinen Verzicht öffentlich bekannt zu geben. "Aber die Leute haben mir dauernd diese Frage gestellt und also habe ich beschlossen, sie zu beantworten. Vielleicht war das ein Fehler."

Blair ist seit 1997 Premierminister und wurde im Mai für eine weitere Amtszeit bestätigt. Wegen einer Affäre um millionenschwere Privatkredite an seine Labour-Partei sind in den vergangenen Tagen die Spekulationen über seinen Rücktritt lauter geworden. Als Blairs designierter Nachfolger gilt Schatzkanzler Gordon Brown. (APA/AP/Reuters)

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